Ein vierfacher Vater und Erzieher über Familie, Erziehung, Träume & Karriere, Kindheitserinnerungen, Do it Yourself

Meine Maus und unsere Lotti
Meine Maus und unsere Lotti

Wiedereinstieg nach Elternzeit – das Lotterleben ist für uns vorbei

| 9 Kommentare

Das Lotterleben ist für uns vorbei. Der Wiedeinstieg nach der Elternzeit steht für Maus bevor. Ok. Es ist nun auch nicht so, dass wir bis jetzt nur auf der faulen Haut gelegen haben. Zukünftig müssen wir aber definitiv die Zügel anziehen. Denn die Elternzeit neigt sich dem Ende, Lotti wird ab Anfang September, wie jetzt schon Melinchen, die Kita besuchen und Maus beginnt in nur wenigen Tagen zu arbeiten.

Wenn wir diesen Schritt meistern wollen, dann muss sich vieles ändern. Vorbei ist dann auch unser all morgendliches herum Gezeter, wer denn nun von uns aufstehen muss. Das schaut meist so aus: 

Lotti weckt uns pünktlich wie die Maurer. Nicht um 9 Uhr. Nicht um 8 Uhr. Und nicht um 7 Uhr. Warum denn auch so spät: 6 Uhr ist doch genau richtig. 🙂

Wenn sich Lotti früh am Morgen bemerkbar macht, dann klappen Maus und ich uns beide die Ohren zu und tun so als würden wir nichts hören. Ein jeder von uns denkt: Der Andere wird schon aufstehen. Aber mal ehrlich, schlafen kann man doch bei dem Babylärm sowieso nicht mehr. 🙂

Wie so oft steht Maus genervt auf und schleppt sich in die Küche, wo sie dann für Lotti Frühstück macht. Mich beschleicht dann das schlechte Gewissen und auch ich rapple mich hoch. „Maus komm, leg dich wieder hin. Ich mach das schon“, sage ich nicht selten zu ihr – immer in der Hoffnung das sie mich weiter schlafen lässt. Denkste. Sie gibt mir Lotti, die Flasche und murmelt sich dann richtig schön wieder im Bettchen unter ihrer kuscheligen Decke ein. Ich gebe Lotti die Flasche und mache dabei noch kurz ein letztes Mal die Augen zu.

Es ist aber auch oft so, dass mich Maus noch eine halbe Stunde länger schlafen lässt und dann Melinchen auf mich ansetzt. Und die gibt keine Ruhe bis ich wirklich aufstehe. Das alles ist aber bald vorbei. Denn Lotti und Melinchen müssen in den Kindergarten gebracht werden, wenn Maus schon früh arbeiten muss. Das muss dann wohl ich machen. Ein Anderer ist ja nicht da. 🙂 Das heißt früher aufstehen. Oh mein Gott… noch früher. 🙂

Die Verteilung der Haushaltsarbeit muß natürlich auch neu aufgerollt werden. Wer macht was? Das heißt für jeden von uns mehr Arbeit.  Eine Vorstellung davon habe ich an dem Tag bekommen, wo Maus ihr Vorstellungsgespräch hatte und wir im Anschluss noch zu Oma in den Garten fuhren:

Bevor Maus sich auf den Weg machte trug sie mir noch ein paar Aufgaben auf, die ich bis zum Mittag erledigen musste. „Bis zum Mittag… da ist ja noch reichlich Zeit“, dachte ich so bei mir. „Christian, nicht denken, sondern nachdenken. Maus scheint ja nicht immer umsonst zu sagen, sie kommt zu nichts, wenn sie auf Lotti und Melinchen aufpassen muss„, denke ich jetzt im nachhinein. Das wollte ich natürlich nicht immer recht glauben.

Ich sollte also kurze und lange Sachen für die Mädels einpacken.“Oh mein Gott, wo soll ich da nur anfangen“, dachte ich mir. Und ich wußte: Egal was ich einpacken würde, Maus gefällt es nicht.  Maus schien das genauso zu sehen und packte dann doch lieber die Sachen schnell selber ein. Puh… da hatte ich noch einmal Glück gehabt. Doch lange kann ich mich nicht mehr drücken. Oder vielleicht doch, wenn ich mich nur immer schön dumm genug anstelle. 🙂 Quatsch mit Soße. Ich will das ja auch ohne Maus können. 🙂

Dann sollte ich noch die Badesachen und Trinkflaschen einpacken,… den Mädels die Fingernägel schneiden und sie baden. Ich dachte so bei mir: „Jetzt fehlt ja nur noch Wäsche waschen, bügeln und die Wohnung saugen“. Hah… die Wohnung hatte ich schon gesaugt und an die Wäsche lässt Maus mich nicht ran. Tja… wie schon gesagt, man muss sich nur blöd genug anstellen. 🙂

Ich sage Euch, den Mädels die Finger schneiden ist gar nicht so einfach. Melinchen lässt diese Prozedur inzwischen ja über sich ergehen, aber Lotti – hört mir auf. Aber ich bin ja nicht von schlechten Eltern und weiß mir zu helfen. Also kletterte ich in Lottis Babybettchen und hab sie schlicht weg beim aufwachen überrumppelt. 🙂 Schnipp, schapp und die Nägel waren ab. Sah bestimmt lustig aus: Der große Papa im kleinen Gitterbett. 🙂

Als ich alles eingepackt hatte und los wollte, da fiel mir ein das wir doch auch Waschzeug brauchen. Haahhh… daran hatte Maus nicht gedacht. 🙂 Ich schon. Das rieb ich ihr dann später natürlich Freude strahlend unter die Nase. 🙂

Als ich Maus dann vom Vorstellungsgespräch am PotsdamerPlatz abgeholt hatte, war ich total stolz auf mich. Denn ich lag gut im Zeitplan und hatte alles geschafft. Da fragte Maus mich doch glatt: «Hast Du an den Fiebersaft gedacht». Natürlich nicht. Oh man, was man nicht alles in seinem Köpfchen haben muss. 🙂

Ich bin also gespannt, wie wir das alles meistern werden… wie wir Kindergarten und Schichtdienst in Einklang bringen – das wird nähmlich die größte Herausforderung. Aber ich habe für mich schon beschlossen: Notfalls arbeite ich weniger oder suche mir einen neuen Job – Hauptsache Maus gelingt der Wiedereinstieg nach Elternzeit.

Wenn Andere das schaffen, dann schaffen wir das auch. Wie sage ich immer so schön: «Wenn man will, dann findet man auch einen Weg. Andere haben es auch geschafft». 🙂

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

9 Kommentare

  1. Hallo Christian,

    ihr werdet das ganz sicher schaffen, aber die Umstellung muss man dann erstmal verarbeiten. Auch ich bin ja gerade im Bewerbungsmodus und bei uns ist es ebenfalls nur eine Frage der Zeit und auch dann hat mein „Lotterleben“ ein Ende. Ich freue mich aber schon sehr drauf.
    Das wird anfangs sicher eine richtig spannende Zeit, aber wenn dann erstmal die Routine drin ist, denke ich, schafft man das auch ohne größeren Stress.

    Ach und was ich mal anmerken wollte: ich finde es total klasse wie du dich um deine Mädels kümmerst und deine Maus unterstützt. Ja, auch das du sogar beruflich zurücksteckst, sodass sie den Wiedereinstieg ohne große Probleme schafft! Von dieser Art Mann sollte es wesentlich mehr geben.

    Liebe Grüße
    Mine

  2. Der Anfang wird sicher hart, aber in ein paar Wochen wird alles eingespielt sein. Ich find, die größte Herausforderung, als ich wieder zu arbeiten begonnen habe, war, wenn der Schnecki krank wurde, und im ersten Kiga Jahr war das oft und lang – und zwei Wochen Pflegeurlaub im Jahr waren gleich im 2.monat aufgebraucht.
    Also genießt noch eure letzten stressfreien Tage 🙂
    Alles Liebe Babsy

    • Haben wir genossen. Danke Babsy!!!

      Ja… das mit dem krank werden ist so eine Sache. Mal schauen wie wir das meistern und wer dann daheim bleibt.

      lg. Christian

  3. Einen absolut sympatischen Blog hast Du hier. Und gerade der Post lässt mich das ein oder andere Mal sehr schmunzeln. Meinem Mann und mir ging es nämlich bis letztes Jahr ganz ähnlich. Und was soll ich sagen; dieses „Du oder ich?“ haben wir noch immer nicht aus dem Weg geräumt, denn da sind ja noch die Wochenenden. 😉

    Wir wünschen euch viel Erfolg bei der „Alltagsumstellung“ und natürlich der Maus den besten Start in den Wiedereinstieg.

    Liebe Grüße,
    Franzi und Familie

  4. Hey,
    ich habe gerade deinen Beitrag gelesen, und musste schwermütig daran denken, dass in einen halben Jahr schon auch mein Arbeitsleben wieder beginnen soll… Oh, ich kann es mir gar nicht vorstellen, und ich hab so richtig Bauchschmerzen bei dem Gedanken daran…
    Hut ab, wie ihr das alles meistert, ich finde es immer wieder sehr vergnüglich, von euch zu lesen;)
    Der Maus alles Gute für den Wiedereinstieg, ich drücke ganz dolle die Daumen!!
    Und dir: Weiter so, ich liebe den Blog total, vielleicht sehen wir uns mal bei irgendeiner Bloggeraktion:-)
    LG
    Mira mit Püppilotta

    • Hi Mira

      Hoffentlich sehen wir uns mal. Es freut mich sehr das Du hier regelmäßig mitliest. 🙂

      Das mit dem Wiedereinstieg schaffst Du auch. 🙂 Bei uns klappt es gerade sehr gut. Meine Maus konnte sich bis vor kurzem auch nicht vorstellen wieder arbeiten zu gehen.

      lg. Christian

  5. Ja, ab morgen ändert sich auch einiges in diesem Hause. Ich gehe arbeiten und der Käferpapa (Schichtdienst) muss vormittags mal alleine zurecht kommen, bis er das Böbü zur Tagesmutter gebracht hat. Das wird spannend! Vorsorglich habe ich schon alles (mehr als nötig) bei der Tagesmutter gebunkert, denn ich weiß, die Hälfte wird er morgens vergessen. Übung macht den Meister. Ich bin gespannt, wie das alles bei euch funktioniert. 🙂

    Blöd genug anstellen.. ach ja… *nick*

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Hi Tanja,

      🙂 Der macht das schon. Ist aber auf jeden Fall immer etwas ungewohnt und schwierig, wenn man plötzlich ohne Unterstützung alles allein managen muss.

      Ich vergesesse auch immer etwas. 🙂 Aber nur gut dass Ihr Frauen immer ein Plan B habt – wie Du. 🙂

      lg. Christian

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