Ein vierfacher Vater und Erzieher über Familie, Erziehung, Träume & Karriere, Kindheitserinnerungen, Do it Yourself

(C)papiredetmit - Es ist Zeit: Erfinde Dich neu!

Ich beneidete meine Frau um die Elternzeit – Keine Zeit um mich neu zu erfinden

| 2 Kommentare

Als unsere Töchter geboren wurden ging meine Maus (Frau) in Elternzeit und ich weiter arbeiten, so wie ich es seit Jahren getan hatte. Wir hatten unsere Ausgaben, ich war in Arbeit und habe gut verdient. Es stellte sich gar nicht erst die Frage: Nimmst Du oder ich Elternzeit? Dabei war mir nach allem Anderen zu Mute als den Ernährer der Familie zu mimen. Wie oft hätte ich gern mit meiner Frau getauscht und wäre daheim bei unseren Mädels geblieben. Und, meine Frau hat mich beneidet, wenn ich das Haus verlies und vom 24 Stunden Alltag mit Baby abschalten konnte.

Gefangen im Hamsterrad

Klar, war die Arbeit eine willkommene Abwechslung gegenüber Babygeschrei, Windel wechseln, Fläschchen geben, Wäsche waschen, Haushaltsputz…,  aber ich hätte mir auch gern einmal eine Auszeit von der Arbeit genommen, um mehr Zeit für meine Kinder und mich selbst zu haben.

Schon seit Jahren fühlte ich mich wie in einem Hamsterrad gefangen, das nicht aufhören durfte zu drehen. Denn sonst hätte ich Auto, Kredite… nicht mehr bezahlen und bedienen können.

Reif für eine Auszeit – Ich hatte mich selbst vergessen

Ich war reif für eine Auszeit. Abgebrannt. Ausgesaugt. Leer. Mit meiner Arbeit und mir selbst nicht mehr zufrieden. Ich hatte mich selbst vergessen im Strudel des Alltags.

(C)papiredetmit - Es ist Zeit: Erfinde Dich neu!

(C)papiredetmit – Es ist Zeit: Erfinde Dich neu!

Irgendwann rang ich mich zu einen Arbeitswechsel durch. Ab nun an arbeitete ich monatlich nur noch ungefähr 150 Stunden statt mehr als 190 Stunden. Dies schaffte mir Zeit und Raum für meine Familie und mich selbst.

Ich nutze meine Zeit und erfand mich neu

Ich hatte mehr Zeit. Im Familienalltag war ich wie ausgewechselt – nicht mehr so ausgelaugt und schnell genervt. Die neue Zeit nutzte ich auch zum Schreiben. Beim Schreiben versinke ich in mir und werde mir über viele Dinge bewußter und klarer, als wenn ich nur darüber nachdenke. Eine Art Selbstreflexion und Therapie. Zudem hat mir der Austausch über meinen Blog mit anderen Bloggern/innen und Leser/innen geholfen.

Eine Folge dieses sich selber Findens war die Umbenennung meines Blogs von „Nostalgia-pur“ in „Papi redet mit“.  Denn ich spürte wie sehr die Vaterrolle in den Mittelpunkt meines Lebens gerückt ist und alles Andere beeinflusste – auch meinen Blog. Anstatt nur über Kindheitserinnerungen zu berichten, wollte ich mehr über Themen schreiben, die mich als Vater tagtäglich berühren und wiederfahren.

(C)papiredetmit - Aus Nostalgia-pur wird Papi redet mit

(C)papiredetmit – Schwere Entscheidung: Aus „Nostalgia-pur“ wird „Papi redet mit“

Zum selben Zeitpunkt fasste ich auch den Entschluss meinen alten Beruf den Rücken zu kehren und den Schritt vom Verkäufer zum Erzieher zu vollziehen. Denn als Verkäufer war ich nicht mehr glücklich. Den Erzieher/innen Beruf bewunderte ich dagegen schon lange. Ich hätte mir im Leben aber nicht gedacht, dass ich auch einmal als Erzieher arbeiten werde. Doch, warum eigentlich nicht. Die Möglichkeit und Nachfrage ist ja da. Das ist mir aber erst in diesem Augenblick bewußt geworden. Ich habe den Schritt gewagt. 🙂

Hattet Ihr auch schon diese Phasen im Leben? Wie habt Ihr sie gemeistert? Und, wer ist von Euch in Elternzeit gegangen und warum? Ich freue mich über Eure Antworten! 🙂

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

2 Kommentare

  1. Hi,
    erstmal gratuliere dass du den Sprung gewagt hast und die Ausbildung zum Erzieher machst. Find das super. Viele reden immer nur das sie sich verändern wollen aber trauen sich diesen Schritt dann doch nicht (was ich auch verstehen kann).
    Wenn man noch keine Kinder hat kann man sich das manchmal gar nicht vorstellen wie sehr sich das Leben mit Kindern verändert und das man sogar seine Berufswahl überdenkt um Zeit mit den Kindern zu verbringen.
    Ich bin momentan noch in Elternzeit bei unseren Sohnemann. Als ich mit ihm Schwanger war hatte ich ein Beschäftigungsverbot, so dass ich genügend Zeit hatte mich um meine Tochter zu kümmern was sehr schön war. Es ist oft schade dass man diesen Spagat zwischen Arbeit und Zeit für die Kinder oftmals nicht schafft und wenn dann auch mit finanziellen Einbußen. Wir sind gerade auf der Suche nach einer größeren Wohnung, aber in der Gegend wo wir wohnen explodieren gerade die Mieten. Frag mich grad wie ihr das hin kriegt in eurer 2-Raum- Wohnung? Mein Mann hatte nach der Geburt unserer Tochter auch bedenken in Bezug auf seine Arbeit, er hätte sie Früh vielleicht kurz gesehen und Abends wäre sie schon im Bett gewesen. Ungewöhnlicherweise hat sich alles gefügt und er wurde gekündigt, daraufhin hat er als freiberufler angefangen, arbeitet zu Hause und hat gaaannnzzzzzz viel Zeit mit den Kindern, was das arbeiten aber auch manchmal erschwert. Veränderung bedeutet eben nicht immer was schlechtes, manchmal ist es nur ein neuer Anfang von etwas schönen!

    • Ich habe auch lange von einer Veränderung geredet und lange nicht den Sprung gewagt. Aber ich habe es nie aus den Augen verloren und aufgegeben.

      Inzwischen wohnen wir in einer 3 Raumwohnung. Als wir noch in einer 2 Raumwohnung wohnten, da waren wir zu 3 mit unserem Hund Ben. Der nächste Schritt wäre für uns jetzt eine 4 Raumwohnung oder ein Haus. Schaun wir mal. 🙂

      Ich denke auch, dass ein Neuanfang nicht etwas Schlechtes ist, sondern ganz viele Chancen birgt um sich zu verbessern.

      lg. Christian

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