Ein vierfacher Vater und Erzieher über Familie, Erziehung, Träume & Karriere, Kindheitserinnerungen, Do it Yourself

papi redet mit - Lampignonumzug mit Kindergarten

Vom Verkäufer zum Erzieher – Wie es mir mit meiner neuen Arbeit jetzt geht

| 12 Kommentare

Vom Verkäufer zum Erzieher, das ist mein Ziel. 3 lange Jahre Ausbildung zum Erzieher liegen jetzt vor mir und Zwei Monate in der Kita voller Eindrücke, Herausforderungen und ganz viel Spaß hinter mir. Der eine oder andere von Euch hat sich vielleicht schon gefragt, wie es mir mit meiner neuen Arbeit jetzt so geht. Ich schmeiße es kurz und schmerzlos in die Runde:

Es geht mir prächtig. Ich bin manchmal etwas müde, aber umso glücklicher, ausgeglichener und total zu frieden. 🙂

Ich freue mich jeden Tag auf die Kinder

Seid Beginn meiner Ausbildung gibt es nicht einen Tag, an dem ich nicht gerne auf Arbeit in die Kita gehe. Wer weiß, vielleicht kommt der Tag noch, doch ich spüre jeden Tag aufs Neue: Ich freue mich auf die Kinder und die Arbeit mit ihnen macht total Spaß… egal ob sie gut gelaunt sind und mich am Morgen mit offenen Armen begrüßen oder ob sie mufflig sind und von mir nichts wissen wollen.

Ich liebe ihre Ehrlichkeit. Wenn sie keine Lust auf mich haben, dann zeigen sie mir das. Und, das ist ok so. Bei Erwachsenen ist das leider nicht immer der Fall.

Und, die Kinder geben mir unheimlich viel. Ein glückliches Lachen von ihnen, eine Umarmung oder ein Fortschritt… erfüllt mich ein Stückchen mit Freude und Zufriedenheit.

Die Arbeit in der Kita ist alles Andere als ein Spaziergang

Es ist nun aber auch nicht so, dass die Arbeit in der Kita ein Spaziergang ist. Denn man wird non stop gefordert und muss mit Herz und Hirn bei der Sache sein.

Die ersten Tage gingen nicht ohne ein Mittagsschläffchen an mir vorüber. Und, inzwischen gehe ich sogar vor Maus (meine Frau) ins Bett, weil ich spüre dass ich für die Arbeit ausgeruht sein muss.

Die Arbeit hört nach dem Kindergarten aber nicht auf. Auf dem Weg nach Hause lerne ich die Lieder, Tischsprüche,… die wir mit den Kindern zusammen singen und aufsagen. Und, daheim klemme ich mich gerade wieder eifrig an die Gitarre und übe Kinderlieder für die Kinder im Kindergarten.

Die Arbeit in der Kita fordert auch sehr viel Eigeninitiative. Das bedeutet aber auch, dass man sehr kreativ sein darf und mitgestalten kann.

Wenn ich bedenke, dass ich als Neuling noch etwas Schonzeit habe, dann wird die Ausbildung noch ein hartes Stück Brot. Denn zukünftig werde ich mehr und mehr in die Arbeit miteinbezogen und darf bald bestimmt auch Projekte gestalten, Bezugs-Kinder haben, Dokumentieren…. und vieles mehr.

Jeder Tag ist anders und besonders

Ich finde, dass schöne am Kitaleben ist auch, dass kein Tag gleich ist. Jeder Tag ist anders und besonders und von der Tagesform der Kinder abhängig. Mal sind wir drinnen, mal sind wir draußen an der frischen Luft. Den einen Tag steht Freies Spielen auf dem Tagesplan und an einen anderen Tag ein Projekt, Sport, Musik, Kreatives oder Kunst.

Ich mag diese Abwechslung. Als Verkäufer dagegen war das Leben immer sehr eintönig.

Neue Herrausforderungen

Die Arbeit im Kindergarten stellt mich aber auch vor neue Herausforderungen.

Ich bin ja von Natur aus freundlich, ausgeglichen und Harmonie süchtig. Wenn die Kinder aber anfangen mit mir zu spielen und mir auf der Nase herum zu tanzen, dann muss ich auch mal etwas lauter werden. Ich mag das nicht, aber es muss dann auch mal sein.

Es fällt mir auch nicht gerade leicht vor allen Kindern und den anderen Erziehern allein ein Lied laut anzustimmen oder als lustiger Kasper im Kreis herum zu springen. Aber, wenn man möchte, dann geht das schon. Und, es macht natürlich auch Spaß. 🙂 Man darf wieder Kind sein. 🙂

Fang was Neues an – Meine beste Entscheidung

Die Arbeit nimmt einen großen Platz in unserem Leben ein. Um so schöner ist es, wenn sie uns erfüllt und glücklich macht. Wir sollten nicht immer nach Gründen suchen, warum wir unseren Traumberuf nicht machen können, sondern lieber Wege suchen diesen zu verwirklichen.

Bei mir ist diese Erkenntnis leider erst nach 10 Jahren angekommen. Aber sie ist angekommen und ich habe den Schritt vom Verkäufer zum Erzieher gewagt. Es war die richtige Entscheidung, da bin ich mir sicher. 🙂

Ich bin stolz auf meine Arbeit. Sie macht mir Spaß und erfüllt mich total. Meine Kollegen (wir sind sogar 8 männliche Erzieher in der Kita), die Kinder und Eltern haben mich super aufgenommen und ich freue mich auf Alles was noch kommt.  🙂 🙂 🙂 🙂

Ich bin auch froh, dass ich endlich wieder ein geregeltes Leben und mehr Zeit für meine Familie und für mich selbst habe. Denn die Kita hat nur von Montag bis Freitag und von 6:00 bis 18:00 Uhr auf. Ich genieße es an den Wochenenden und in den Feiertagen daheim zu sein. 🙂 UND, das Gehalt stimmt auch… jedenfalls aus meiner verkäuferischen Sicht. 🙂

Es ist unglaublich, dass ich mit meiner Erzieher Ausbildung und als Autor von „Papi redet mit“ beruflich das leben kann, was ich liebe und in meinem eigenen Leben eine groß Rolle spielt: Kinder und Familie.

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

12 Kommentare

  1. Hey, finde ich echt toll daß du diesen Schritt gewagt hast!! Und da denkt man trotz aller Gleichberechtigung und Fortschritt „Und das als Mann…“ 🙂 Also ich bin Sozialpädagogin und arbeite gerade auch als Erzieherin – bin sozusagen auch ganz frisch auf diesem Gebiet – und kann mich in deinem Text wiederfinden! Die Arbeit ist echt anspruchsvoll und macht mir super viel Spaß, nicht nur weil ich Kinder liebe sondern weil das einfach sowas ganz anderes ist, in ihre Welt einzutauchen. Deshalb kann es irgendwie auch nicht langweilig werden, man muß sich immer wieder neu einlassen. Danke für den schönen Text, freu mich auf mehr!

    Liebe Grüße, Janina

  2. ich habe mich tatsächlich gefragt, was du zu berichten hast und wie es dir ergangen ist. Unser Job gibt uns jeden Tag etwas zurück und das ist so toll. Es ist kein Zuckerschlecken und je mehr Verantwortung man hat, desto kaputter ist man nach Feierabenb. Aber es lohnt sich einfach. Es ist auch mein Traumjob!

    Ich freue mich, dass du deine Berufung scheinbar gefunden hast und glücklich damit bist!

    lieben Gruß Tanja

  3. Ich freue mich für Dich, dass Du Deinen Weg gefunden hast und natürlich auch den Mut hattest neue Wege einzuschlagen. Es macht mich glücklich zu lesen, dass Du beruflich angekommen bist, die Arbeit Dir Spaß und Kraft gibt und bin überzeugt, dass Du dass was vor Dir liegt schaffst, auch wenn es sicher kein Zuckerschlecken wird, wenn zu der Praxis, die Theorie kommt und es heisst noch „Schulaufgaben zu machen bzw. zu „Lernen“. noch dazu das alles in der Familie unter einem Hut zu bekommen. Wie Du schon mal so schön sagtest „Lebe Deinen Traum, es ist nie zu spät.

  4. Kurz und gut: Hut ab vor so viel Mut! Ich freu mich ganz narrisch für dich, dass es dir jetzt so gut geht!
    Alles Liebe Babsy

  5. Ich find das super! Viele Leute stellen ja irgendwann fest, dass sie den falschen Job haben, aber nur wenige sind so mutig, ihr Leben dann auch tatsächlich zu ändern. An Verkäufer stelle ich persönlich jetzt keine besonderen Anforderungen, aber noch ein paar anständige Erzieher, die kann dieses Land definitiv gut gebrauchen. Meine Jungs hatten das Glück, in der U3-Einrichtung einen ganz hervorragenden Kollegen zu erleben. Natürlich gibt es auch ganz hervorragende ErzieherINNEN. Aber mehr Männer in Kindergärten und so, das ist ja eine Litanei, die du bestimmt gut kennst. 😉 (Ich bin auch ganz baff, dass du ACHT männliche Kollegen hast! Bei uns gab es zwei im ganzen Landkreis.)

    Weiterhin viel Spaß bei der Arbeit und viele Grüße,
    Lena

  6. Hi Christian, ich sage Dir mal so von Mann zu Mann: Schön, was du machst! Ich schreibe auf unserem Blog auch ab und zu übers Mann- und Vater-sein und finde, dass sich uns noch manch anderer anschließen kann!

  7. Lieber Chris! Ich kann nur sagen,dass hast Du wirklich prima hinbekommen.Alles was Du Dir vornimmst,setzt Du auch um.Das find ich super…..Mir hat früher diese Arbeit mit Kindern auch sehr viel Spass gemacht,leider ging es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr,schade.Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück für die Ausbildung,Du hast das Zeug dazu,mach weiter so…….LG.Manuela

  8. Hallo Christian, wie es aussieht hast du alles richtig gemacht 🙂 Hut ab .. Respekt ! Mach weiter so !! – Lebe DEIN Leben – LG Robert

    PS. sehr gute Seite die Lust macht öfters mal vorbei zu schauen !

    • DANKE Robert!!! Es freut mich sehr, dass von Dir zuhören. 🙂 🙂 🙂 🙂 Wir sehen uns bestimmt demnächst irgendwann einmal. lg. Christian

  9. „Um so schöner ist es, wenn sie uns erfüllt und glücklich macht. Wir sollten nicht immer nach Gründen suchen, warum wir unseren Traumberuf nicht machen können, sondern lieber Wege suchen diesen zu verwirklichen.“
    Wow. Das haut mich jetzt um. Denn vor drei Jahren bin ich zum ersten Mal in eine Kita – und mir war klar: Das will ich machen. Doch bin ich inzwischen wieder davon abgekommen … als Mann finde ich es ehrlich gesagt – schwer. Vielleicht liegt das aber auch (!) an einer anderen Mentalität in Berlin und Brandenburg?
    Dir alles Gute auf Deinem Weg und vor allem: viel Spaß, denn das macht es auch, auf jeden Fall 🙂

  10. Hallo Chris,
    ich finde es toll, wie engagiert Du in deiner neuen Arbeit bist 🙂 An unserer Kita gibt es zum Glück auch so einige Erzieher / Männer.

    Vielleicht hast Du ja mal Lust, was zum Thema Vereinbarkeit zu schreiben? https://juraexamenmitkind.wordpress.com/eltern-im-job-persoenliche-erfahrungsberichte-zur-vereinbarkeit/

    Ich freue mich auch sehr über die Sicht von Vätern!

    VG!

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