Ein vierfacher Vater und Erzieher über Familie, Erziehung, Träume & Karriere, Kindheitserinnerungen, Do it Yourself

papi redet mit - vater und kind

Was für ein Vater bin ich oder möchte ich sein?

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Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, was für Eltern ihr seid oder wie ihr gerne sein möchtet? Seid einiger Zeit geht mir ein Vater nicht aus dem Kopf, der, da bin ich mir sicher, nur das Beste für sein Kind möchte. Aber er ist so ehrgeizig, richtungsweisend und hart in seiner Erziehung, wo ich mich doch etwas beängstigt frage: «Sieht der Vater überhaupt sein Kind oder nur das, was er in seinem Kind sehen will.»

papi redet mit - was für ein vater möchte ich sein

Das Kind (4) wird ständig wegen jeden Pups zusammen genießt und das in einem sehr harten Ton.

Es genügt eine Papierrakete, die das Kind in einen Raum von Erwachsenen wirft, und schon hagelt es ein Donnerwetter. Weinen und Petzen ist für das Kind ebenso tabu. Denn dass mag der Papa nämlich nicht. Spielzeug „muss“ geteilt werden, da gibt es kein wenn oder aber. Das Kind muss schon so Einiges mit seinen 4 Jahren können, ob er das versteht und möchte oder eben nicht.

Ich denke, Kinder sollen Kinder sein dürfen und nicht kleine Erwachsene. Ich möchte meinen Kinder ihr Tempo lassen erwachsen zu werden und denke und hoffe, dass sie so zu frieden und glücklich aufwachsen – wovon sie noch lange zerren werden. Das bedarf viel Geduld und Vertauen.

Ich mag auch keine Petzen und Heulsusen.

Aber Petzen ist bei Kleinkindern genauso normal, wie auch ab und an eine Heulsuse zu sein, finde ich. Ich finde es super, wenn Kinder mutig und tapfer wie Indianer sind. Aber Kinder sollten auch Gefühle zeigen dürfen, so dass sie nichts in sich hinein fressen, dass später ihr Fühlen und Denken negativ beeinflussen kann.

Und Kinder sollten nicht überfordert werden, so dass sie in Zufriedenheit mit sich selbst aufwachsen und Erfolgserlebnisse erleben. Das schafft Zufriedenheit, Vertrauen auf sich selbst und eine starke Persönlichkeit.

Genauso muss ein Kind für mich nicht auf Kommando sein Spielzeug teilen. Ich mag keine kleinen Maschinen, die auf Befehl zwar 1a spuren, aber das Ganze wahrscheinlich nie verinnerlicht haben. Denn sie konnten die Erfahrung nicht selber machen.

Ich möchte, dass meine Kinder autonom sind und nicht nur etwas machen, wenn ich es sage. 

Das fängt schon früh an: Ich schenke ihnen mein Vertrauen, dass sie von selbst laufen lernen, ohne dass ich sie immer wieder hinstelle und stütze. Sie schaffen das. Ich muss nur geduldig sein und Loslassen können. So wachsen sie schon früh selbstständig auf.

Wenn ich ihnen immer alle Entscheidungen abnehme und helfe, dann werden sie immer auf mich angewiesen sein. Eigenständigkeit schaut anders aus. Das fällt mir auch manchmal schwer, aber man muss lernen loslassen zu können.

Ich möchte anderen Vätern oder Müttern nicht in ihrer Erziehung hinein reden. Aber ich habe mich seit dem Vater gefragt, ob ich eigentlich der Vater bin, der ich denke zu sein oder gerne sein möchte. Und ich habe gemerkt, dass es schon Vieles gibt, dass ich umsetze und manches an dem ich noch arbeiten muss.

Ich möchte ein Vater sein, der seine Kinder sieht und nicht das, was er in seinen Kindern sehen will.

Denn ich bin der Überzeugung, dass ein Mensch dem Leben am Besten begegnen kann, wenn er zufrieden mit sich und eine starke Persönlichkeit ist und sich nach seiner Art und seinen Interessen und Fähigkeiten entfalten kann.

So kann ein Mensch mit einer starken Persönlichkeit einen Einfluss auf den Heilungsprozess einer Krankheit haben oder Krisen besser bestehen. Die Stärkung der Persönlichkeit und die Förderung der Fähigkeiten und Interessen meiner Kinder sind mir daher sehr wichtig.

Doch was heißt dass in der Realität?

Für mich heißt dass, ich lasse meinen Kindern auch Wege gehen, die ich nicht beschreiten würde.

Denn jeder Mensch ist verschieden und muss seinen eigenen Weg finden, wie er das Leben am besten meistern kann. Ich denke, dass macht ihn auf Dauer glücklich. Ich nehme mich dafür gern zurück und unterstütze meine Kinder, wenn sie meine Hilfe brauchen.

Natürlich werde ich ihnen auch sagen, wenn ich arge Bedenken habe.

Meine Kinder (1 und 3) sind noch klein. Vielleicht hört es sich für euch komisch an, aber ich meine es ernst:

Ich möchte meine Kinder stärken und nicht ständig eines auf den Deckel geben, nur weil sie etwas mal nicht so machen, wie es sich für mich oder andere gehört. Es sind Kinder und sie sollen Fehler machen können UND ihre Neugier und den Spaß am Leben und Lernen behalten. Denn mit Neugier und Spaß wächst auch die Eigeninitiative der Kinder.

Ich möchte meine Kinder nicht klein, sondern groß und stark machen. Deshalb erziehe ich lieber mit Beziehung, Liebe und Lob. Irgend eine Stimme in mir sagt mir, dass ich mit harten Strafen, wie Schreien, Drohungen oder gar körperlichen Züchtigungen, eine Distanz zu meinem Kind aufbaue, was die Beziehung kaputt macht und dem Kind im späteren Leben es bestimmt erschweren würde auf sich selbst zu vertrauen. Denn Sicherheit und Liebe ist wichtig für die Entwicklung der Persönlichkeit.

Entscheidungen und Regeln möchte ich mit meinen Kindern gemeinsam treffen, so dass sie immer das Gefühl haben mitgestalten zu können. Denn ich denke, es bringt nichts, wenn ich immer nur von oben herab Bestimmen würde. Denn so fördere ich nicht die Eigeninitiative.

Ich möchte gerne, dass meine Kinder Eigeninitiative entwickeln und später auf eigenen Füßen stehen.

Ich denke, dass fängt früh an. Wir Eltern wollen oft zu schnell, dass unsere Kleinen am Besten alles auf einmal können. Dabei ist es doch wichtig, dass man ihnen die Zeit gibt, die sie brauchen. Und ich denke, wichtig ist auch, dass man ihnen die Zeit gibt eigene Erfahrungen zu machen und selbst zu lernen. Viele Eltern nehmen ihnen diesen Entwicklungsprozess  gerne ab, in dem sie ihnen beim Spielen oder Anziehen helfen. Was lieb gemeint ist, aber den den Kindern nicht förderlich ist. Die Kleinen schaffen vielmehr aus eigener Kraft, als wir uns jemals vorstellen können, wenn man ihnen die Zeit gibt und sie selbst machen lässt.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und haben ihre eigene Welt.

Ich möchte für meine Kinder da sein und ihnen Sicherheit und Liebe bieten. Beziehung statt Erziehung.

Ich bin mir sicher, dass ein Kind, das mit Liebe und Aufmerksamkeit aufwächst und im Leben gespürt hat, dass es auf seine Familie vertrauen kann, ein guter Mensch wird: Ein Mensch mit einem guten Selbstbewusstsein und Mitgefühl, der über seinen eigenen Tellerrand hinaus schaut und dem Leben mit Spaß, Offenheit und Neugier begegnet.

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

3 Kommentare

  1. der schlimmste Satz, den mal jmd zu meinem Grossen sagte, als er noch klein war: „Indianer weinen nicht“… Leon war arg gefallen und hatte eine grosse Schürfwunde..
    für mich dürfen Kinder weinen… Gefühle haben… positive UND negative… das gehört zum Grosswerden dazu.. ich möchte später keinen pubertierenden „Eisberg“ vor mir stehen haben…

  2. Hallo, ich bin der Thomas aus Berlin-Ostteil – ja, dass muss man sagen. Grins.
    Werde auch bald Papa und mache mir Gedanken wie ich es am Besten machen kann. Was richtig ist, ist gar nicht so einfach.

    P.s. Paule deine Seite ist echt gut geworden …

    • Hey Drupi

      Du auf meiner Seite, ich mache Purzelbäume und mein Herz lacht. Es freut mich riesig, dass Du bald Papa wirst und hoffe dass unsere Kinder sich öfter sehen werden – und natürlich wir.

      Ganz liebe Grüße, Christian

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