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Children's dentist

Zahnpflege bei Kindern – Ich habe bei dem Berliner Zahnarzt Dr. Seidel nachgefragt

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Als unsere Tochter ihre ersten Zähne bekam, da hatten wir uns die Frage gestellt: Wann und wie sollten wir mit der Zahnpflege beginnen. Und ich erinnere mich noch gut, wie wir in einem Drogeriemarkt standen und total überfordert auf das große Regal voller komischer Gummibürsten und Kinderzahnbürsten blickten. Intuitiv haben wir uns für ein Set entschieden und früh mit dem Zähneputzen begonnen. Das Zähne putzen war zwar mehr schlecht als recht, aber es ging uns auch viel mehr darum, dass sich unsere Tochter an das Zähneputzen gewöhnen soll. Und es als selbstverständlich empfindet, dass man sich täglich die Zähne putzt. Wir haben es geschafft. 🙂

Der Berliner Zahnarzt Dr. Seidel, der sich auch auf die Behandlung von Kindern spezialisiert hat, hat mir nun Vier meiner brennendsten Fragen zu dem Thema „Zahnpflege bei Kindern“ beantwortet und mir tolle Tipps verraten.

Ich: Lieber Herr Dr. Seidel, wann sollte Zahnpflege bei Kinder beginnen und wie?

Dr. Seidel: Mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes (6-8. Lebensmonat) sollten die Eltern beginnen, die Zähne ihres Kindes täglich zu putzen. Die geeignete Zahnbürste ist sehr weich und auf die Bedürfnisse von Kleinkindern abgestimmt.
Eine erbsengroße Menge Kinderzahncreme mit reduziertem Fluoridgehalt (0,05% oder 500ppm) sollte einmal täglich verwendet werden. Ab dem 2. Lebensjahr wird die fluoridhaltige Kinderzahncreme zweimal täglich verwendet.

Nur durch eine regelmäßige Zahn- und Mundhygiene erlernen die Kinder das selbstverständliche und selbständige Mundhygieneverhalten.

Tipps:

  1. Abwischen mit einem Läppchen: Beginnen Sie mit der Zahnpflege, sobald das erste Zähnchen da ist. Reinigen Sie die Zähne Ihres Babys einmal täglich, am besten abends vor dem Schlafengehen, mit einem sauberen Baumwollläppchen (z. B. Taschentuch), das Sie mit warmem Wasser angefeuchtet haben.
  2. Putzen mit der Bürste: Mit 18 Monaten ist es Zeit für die erste Zahnbürste. Putzen Sie die Zähne Ihres Kindes einmal täglich, am besten vor dem Schlafengehen. Es genügt zunächst, die Zahnbürste mit warmem Wasser anzufeuchten. Ist Ihr Kind zwei Jahre alt, sollten Sie zweimal täglich putzen. Führen Sie Ihrem Kind beim Zähneputzen die Hand und lassen Sie es später alleine putzen.

Im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren, sobald erste motorische Fähigkeiten ausgebildet sind, kann das Kleinkind spielerisch an die selbständige Zahnpflege herangeführt werden.

Ich: Wann sollte man mit dem Kind das erste Mal zum Zahnarzt gehen?

Dr. Seidel: Ein gesundes Milchgebiß ist eine wichtige Grundlage für ein gesundes bleibendes Gebiß, und vorzeitiger Milchzahnverlust kann weitreichende negative Folgen haben, z. B. den falschen Durchbruch der bleibenden Zähne.

In ähnlicher Weise wie die kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen werden für Kleinkinder zahnärztliche Vorsorgetermine empfohlen. Der erste Termin liegt im 6. bis 8. Lebensmonat nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne, der zweite Termin im 16. bis 18. Lebensmonat nach dem Durchbruch der ersten Milchbackenzähne und der dritte Kontrolltermin etwa im 30. Lebensmonat, nachdem das Milchgebiß komplett ist. Von dann an sind viertel- bis halbjährliche Kontrollen anzuraten. Der Zahnarzt kann jedoch vorübergehend je nach Situation auch kürzere Untersuchungsabstände vorschlagen.

Ich: Was müssen Kinder tun, um ihr Zähne ect. ausreichend zu schützen?

Dr. Seidel: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Fluoride zum Schutz der Zahnhartsubstanz vorwiegend unmittelbar auf der Zahnoberfläche wirken.

Deswegen sollte ab dem sechsten Lebensmonat die Zahnpflege einmal täglich mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (0,05% oder 500ppm) erfolgen. Ab dem zweiten Lebensjahr wird die fluoridhaltige Kinderzahncreme in der gleichen Menge zweimal täglich eingesetzt.

Ich: Was nimmt den Kindern die Angst vor dem Zahnarzt?

Dr. Seidel: Nehmen Sie Ihr Kind zum eigenen Zahnarztbesuch mit. Wenn Ihr Kind erlebt, dass Sie selbst ohne Angst zum Arzt gehen, ist das überzeugender als viele Worte. (Steht bei Ihnen jedoch eine Behandlung an, ist dies weniger günstig, denn Ihr Kind könnte in Sorge um Sie sein und möglicherweise durch Quengeln die Behandlung stören.) Auch größere Geschwister oder ein mutiger Freund geben ein gutes Vorbild ab.

Vermitteln Sie eine positive Einstellung. Sind Sie selbst dem Zahnarzt gegenüber positiv eingestellt, haben Sie Vertrauen zu ihm und betrachten Sie den Besuch als etwas Selbstverständliches, überträgt sich das auch auf Ihr Kind. Vermeiden Sie Äußerungen wie „O Gott, bald muss ich ja wieder zum Zahnarzt!“

Trösten Sie nicht vorbeugend. Mit der gut gemeinten Aussage „Du wirst sehen, dass es gar nicht schlimm ist/ gar nicht wehtun wird“ lösen Sie eher Ängste aus, da Ihr Kind möglicherweise erst dadurch Schlimmes befürchtet. Sprechen Sie über den Zahnarztbesuch.

Vergessen Sie beim Zahnarztbesuch das Kuscheltier nicht! Mit dem vertrauten Lieblingstier fühlt sich Ihr Kind gleich viel stärker, und vielleicht kann das Kuscheltier ja sogar den Mund aufmachen, damit der Zahnarzt hineinsehen kann.

Ich: Danke Herr Dr. Seidel für das sehr interessante und aufschlussreiche Interview und die gute Zusammenarbeit. 🙂

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

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