Ein vierfacher Vater und Erzieher über Familie, Erziehung, Träume & Karriere, Kindheitserinnerungen, Do it Yourself

Unsere Nuria

Fruchtblase geplatzt. Blackout. Kaiserschnitt.

| 15 Kommentare

Die Uhr schlägt fünf Uhr in der Früh. Ich schlummere tief und fest auf der Wohnzimmercouch, wo ich am Abend zu vor todmüde eingenickt bin. Eine Stimme reist mich aus dem Schlaf. Ich schreck auf. Ich weiß nicht recht wo ich bin. Meine Frau steht in der Zimmertür und ruft mir aufgeregt zu, «die Fruchtblase ist geplatzt». Ich, «ach du scheiße». 

Unsere Nuria

Das erste Bild von unserer Nuria

Ich steuere ihr aufgeregt entgegen, wie als wenn ich drei acht im Turm hätte. Meine Frau, «es läuft». Ich bin völlig neben der Spur. Nix mit Routine als zweifacher Vater. So ein Mist aber auch.

Ich, «wir müssen den Krankentransport rufen. Hast du die Nummer». Meine Frau, «die sollte im Mutterpass stehen. Da steht sie aber nicht. Ich google sie gleich». Ich, «ich denke du hast sie dir aufgeschrieben». Aber völlig falscher Zeitpunkt für Vorwürfe. Ich hätte mich ja auch darum kümmern können.

Wir googeln… sind uns aber unsicher welcher Transportdienst es war, der uns für diesen Fall genannt wurde. Unglaublich, da hat man Monate lang Zeit sich auf diesen einen lang ersehnten Tag vorzubereiten und dann Totalausfall.

Ich, «wir müssen den Rettungsdienst rufen. Wie war die Nummer nochmal? 110 oder…». Blackout.

Sie fällt mir wieder ein: 112. Ich rufe den Rettungsdienst und erkläre die Situation, «Fruchtblase geplatzt. Es läuft. 4 Tage vor Geburtstermin. Kind liegt verkehrt herum».

Das Fruchtwasser läuft immer noch. Es geht wirklich los. Falscher Alarm ausgeschlossen. Nuria ist auf dem Weg zu uns.

Lotti ist inzwischen auch schon wach. Melina schläft und bekommt von all dem nichts mit.

Ich zu meiner Frau, «du musst dich hinlegen, wenn die Fruchtblase geplatzt ist, haben die im Krankenhaus gesagt». Sie ist jetzt auch total aufgeregt.

Es dauert nicht lange und sie liegt splitternackt, gerade einmal mit einem Hemd, das nur die Hälfte ihres Bauches bedeckt, bekleidet im Bett. Eine Hose macht keinen Sinn. Das Fruchtwasser läuft und läuft. Ich zweifele und denke, «so soll sie jetzt ins Krankenhaus fahren». Eine Decke möchte sie nicht. Ihr ist heiß.

Der Rettungsdienst kommt. Nein sogar zwei. Ich mache die Tür zum Haus und zu unserer Wohnungstür auf, so dass sie meine Frau schnell ins Krankenhaus bringen können. Doch die Jungs traben seelenruhig vom Krankenwagen hinein in die gute Stube. Sie scheinen alle Zeit und Ruhe der Welt zu haben. Lotti sitzt ganz eng neben der Mama im Bett und ist mucksmäuschenstill als die Männer vor unserem Schlafzimmerbett stehen. Melina schläft tief und fest und bekommt von all der Aufregung nichts mit. Und ich, ich versuche nicht im Weg zu stehen.

Unsere Strasse ist hell und bunt von den Blaulichtern erleuchtet.

Ich werfe meine Frau eine Decke über und die Sanitäter geleiten sie raus. Draußen wird sie auf eine Liege gebettet. Ich und Lotti stehen am Fenster und müssen zu schauen wie die Mami abtransportiert wird. Lotti bekommt eine weinerliche Stimme und ruft, «Mami nicht, Mami nicht,…». Mami winkt und lächelt. Dann ist sie im Wagen verschwunden.

Der Rettungsdienst ist weg. Und ich schnappe mir das Telefon und schaue wer die Kinder nehmen kann, so dass ich auch ins Krankenhaus fahren kann. Jackpot. Die Schwester meiner Frau nimmt sie. Damit darf sie dann auf fünf kleine Kinder aufpassen. Riesen DANK dafür.

Ich bringe die Kinder zu ihr und fliege danach mit dem Auto über die Strassen Berlins ins Krankenhaus.

Meine Frau ist schon lange im Krankenhaus angekommen, wo die Ärzte mit ihr die natürliche Geburt trotz Beckenendlage (das Kind liegt mit den Füßen nach unten im Geburtskanal) durchsprechen.

Als die Herztöne von Nuria plötzlich schwächer werden, entscheiden die Ärzte blitz schnell: Kaiserschnitt. Denn Nuria bringt gute 4000 Gramm auf die Wage und das könnte evtl. bei der natürlichen Geburt dann doch zu Komplikationen führen, wenn die Herztöne immer schwächer werden. Lieber keine Komplikationen eingehen. Gute Entscheidung.

Während ich bequem im Auto über die Strassen Berlins fliege, bekommt meine Frau eine Vollnarkose und wird unters Messer gelegt. Kaiserschnitt.

Es ist geschafft. Nuria ist da. Aus Sicherheit wird ihre Atmung erst einmal noch unterstützt. Meine Frau hat von all dem nichts mitbekommen. Ich auch nicht. Die erste Geburt unserer Mädels wo ich nicht dabei war.

Fast zwei Stunden später komme ich ins Krankenhaus. In der Eingangshalle lese ich auf einer Tafel: «Heute ist geboren: sieben Uhr zehn, Nuria». Unsere Nuria… viele Kinder mit diesem Namen gibt es ja in unseren Breitengraden nicht.

Kaum im Kreisssaal angekommen, werde ich auch schon von einer Hebamme beglückwünscht. Ich werde in ein Zimmer geführt und werde wieder beglückwünscht. Jaaa… und da liegen sie… die Mama und Nuria. Beide wohl auf. Mama zwar noch etwas benommen und kämpfend mit den starken Nachwehen, aber Nuria scheint es gut zu gehen und gibt schon ordentlich Krach von sich. Ganz viele schwarze Harre hat sie. Fast so viele wir unsere Melina. Total süß. 🙂 🙂 🙂

ES IST GESCHAFFT: WIR SIND ZU FÜNFT!!! JUCHUUU!!! YIPPIE!!!

In ein paar Tagen kommen beide nach Hause. Nuria geht es gut. Meine Frau dürfte am zweiten Tag endlich aufstehen. Doch mehr als vom Bett zu Toilette gehen war noch nicht möglich. Es geht ihr aber langsam besser. Die Schmerzen am Bauch lassen nach. Aber sie meint, «einen Kaiserschnitt mache ich nicht noch einmal». Mal schauen wie sie dass mit etwas Abstand sieht. Denn eigentlich wollte sie immer gern einen Kaiserschnitt. Unsere zwei Mädels hat sie aber dennoch auf natürlichem Weg zur Welt gebracht.

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

15 Kommentare

  1. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! Was für eine aufregende Geburt. Alles liebe euch und eine wundervolle erste Zeit gemeinsam!!!!

  2. Hallo Christan und Mädels

    Mir kommrn die Tränen vor Freude,

  3. Herzlichen Glückwunsch und ein schönes Leben miteinander! ✿

  4. Oh, wie rührend! Alles, alles Gute für Euch 5 von den Hauptstadtmuttis!

  5. Aiaiai,

    da ist man morgens wenigstens wach. 😉

    Alle Gute an die ganze Familie.

    Viele Grüße
    Björn

  6. herzlichen glückwunsch 🙂

  7. Freudentränen unbekannterweise… Alles Gute an die Mutter und das wunderschöne Kind! Sandra
    PS: Beim 4. Kind hast du dann sicher „alles im Griff“ 🙂

  8. Herzlichen Glückwunsch an euch alle! (Hier hats der Papa auch nur so halbrechzeitig in den OP geschafft und trotzdem ist alles gut! Ich wette deine Frau ist dir mindestens genauso dankbar das du bei den Nachwehen bei ihr warst.)

  9. Ach Gott ist das ein schöner Bericht!

    Herzlichen Glückwunsch und eine schöne Kennlernzeit 😀
    LG Lena

  10. oh man, was für ein aufregendes Ereignis. We schön, dass alles so gut ausgegangen ist – zum Glück. Ich wünsche euch alles Liebe und Gute zu fünft.

    Liebe Grüße
    Christina

  11. Herzlichen Glückwunsch und allen alles Gute!

  12. Alles Gute euch 5!!!

  13. Alles Gute für euch fünf =).

  14. Danke für all die lieben Glückwünsche von Euch – hier, per Mail und auf Facebook. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl, wenn so Viele sich mit einem freuen. DANKE!!!

    Liebe Grüße, Christian

  15. Das ist zwar schon vier Wochen her, aber trotzdem noch:
    Herzlichen Glückwunsch!
    Und eine schöne Zeit mit vier Mädels im Haus.

    Liebe Grüße
    Suse

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