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Gitterbett ade – Ich hätte Lotti mehr zu trauen sollen

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Habe ich unsere kleine Lotti (2) unterschätzt? Ihr müsst wissen, Lotti ist unser kleiner Bauer. Sie stampft mit ihren kleinen Beinchen tapsig, aber mutig und stark durch die Welt – egal wie hoch, tief, gefährlich, dreckig oder eklig diese ist. Und bei Lotti muss man immer auf der Hut sein, welchen Schabernack sie als nächsten im Schilde führt. Kann aber diese kleine Räuberin ganz allein in einem Bett ohne Gitter schlafen, ohne dass sie uns um unsere abendliche Ruhe bringt? Für mich schwer vorstellbar. Es hilft aber Alles nix, wir müssen es probieren. Denn ihre 9 Tage alte Schwester Nuria braucht jetzt ihr Gitterbett. Oh weh.

Lotti ist zu ihrer 9 Tage alten Schwester Nuria ins Gitterbett geklettert.

Lotti ist zu ihrer Schwester Nuria in ihr altes Gitterbett geklettert.

Ich nehme gern diese Herausforderung an.

Da ich mir nicht vorstellen kann, dass Lotti nicht versuchen wird aus ihrem Bett ohne Gitter heraus zu kommen, lege ich mich zu ihr. Eine halbe Stunde hält Lotti mich in Schach und „ich“ schlafe. Irgendwann nach mir schläft auch Lotti. So geht dass drei Tage. Nicht gerade die Lösung oder das Ziel. Mhhh.

Meine Frau übernimmt das Kommando und schickt Lotti allein ins Bett. Als Lotti sich aus ihrem Bettchen auf dem Weg zu uns macht, da genügt ein «Lotti, jetzt aber ganz schnell ins Bett» von meiner Frau und sie flitzt, wie von einer Biene gestochen, ins Bett zurück. Sie kommt nicht noch einmal heraus. Man hört sie nur noch ein paar Lieder singen und dann ist Ruhe. Sie ist eingeschlafen. Ich bin beeindruckt.

Dann probiere ich es. Ich schicke Lotti in ihr Bettchen und spiele und singe ihr noch drei Liedchen ganz in Ruhe vor, sage gute Nacht, gebe ihr einen Kuss und gehe hinaus. Lotti bleibt liegen, singt vor sich hin und schläft ein. Ich bin begeistert und verwundert zu gleich. So leicht hatte ich mir dass jetzt nicht vorgestellt.

Dass Ritual ist jetzt Alltag. Und Lotti macht überhaupt keine Probleme. Es scheint als genießt sie sogar die neu gewonnene Freiheit und Selbstständigkeit – ein kleines Wunder für mich.

Ich sage Euch, ich genieße es jetzt total, wenn ich früh am Morgen aufwache und sie aus dem Nebenzimmer quasseln oder singen höre und dann ihrem leisen Tippeln über den Flur zu uns ins Schlafzimmer lauschen kann. Ein total schönes Gefühl. 🙂 🙂 🙂

Wenn euer Kind auch gerade beim Wechsel vom Gitterbett ins richtige Bettchen ist, dann könnte es für Euch hilfreich sein, wenn Ihr ein liebevolles Ritual einführt und folgendes beachtet:

  • Ein Lied vorsingen, eine Geschichte vorlesen, streicheln oder ein Gute-Nacht-Spiel, dass sind schöne, hilfreiche Rituale zum einschlafen. Und Euer Kind wird diese ungeteilte, volle Aufmerksamkeit von Euch lieben und erfüllt sein, so dass es zufrieden allein einschlafen kann. Dieser Prozess kann natürlich auch ein paar Tage – hoffentlich nicht Wochen 🙂 – dauern. Als Gute-Nacht-Spiel kann ich Euch das tolle und süße Kartenspiel Küsschen Dodo* empfehlen, dass wir durch Zufall in dem Spielzeugladen bei uns um die Ecke entdeckt haben.
  • Wenn Ihr Rituale einführt, dann solltet Ihr immer Anfang und Ende bestimmen. Und nicht Eure Kinder. Dass könnte nämlich sonst schnell nach hinten losgehen und ihr dürft stundenlang neben dem Bettchen Eurer Kinder sitzen. 🙂
  • Wichtig ist, wie in allen Bereichen der Erziehung, konsequent bzw nachhaltig zu sein. Was angefangen wird, dass sollte auch zu Ende gebracht werden. Lasst Euch nicht entmutigen und bleibt dran. Ich weiß, es ist nicht immer einfach. Ihr schafft das. Und wir schaffen dass auch. 🙂
  • Ein kleines Nachtlicht und ein Kuscheltier können Euer Kind in der Dunkelheit Sicherheit und Geborgenheit bieten.
  • Bei dem Wechsel vom Gitterbett ins richtige Bett sollten nicht noch andere Veränderungen anstehen. Dass könnte Euer Kind überfordern.
  • Die meisten Kinder schlafen zwischen 18 und 42 Monate in ihrem eigenen Bettchen – ohne schützende Gitterstäbe.
  • Traut Eurem Kind mehr zu als ich unserer Lotti. 🙂
  • Hier ist unser ganz eigener Gute-Nacht-Song (inzwischen habe ich diesen erweitert) 🙂

Wenn Ihr noch Tipps auf Lager habt, dann immer her damit!!! 🙂

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Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

12 Kommentare

  1. Ein schöner Post! Ich bin zwar gerade nicht in der Situation, aber ich finde es ganz schön geschrieben, wie die kleine Lotti zu einem großen Mädchen wird:-)

    • Danke Manuela!!! 🙂 Unsere Lotti wird uns nur zu schnell groß. 🙂 Das Schlaffen im eigenen Bettchen funktioniert jetzt schon gute zwei Wochen ohne Zwischenfälle. Unglaublich. 🙂

      Liebe Grüße, Christian

  2. Witzig! Die Beschreibung Eurer Lotti erinnert mich schwer an unsere Lulu… Sie hat mit zweieinhalb noch ihr Gitterbett, allerdings haben wir seit ca. 6 Monaten die drei mittleren Stäbe draußen (ja gut – weil wir zwei von ihnen einfach nicht wiederfinden), aber auch ich war ganz erstaunt, wie Lulu das angenommen hat. Und mittlerweile steht sie ganz selbstständig mitten in der Nacht auf und läuft zu uns. In „unser Bett“, wie sie sagt…
    Ein großartiges Alter! Liebe Grüße – Friederike

  3. Hey Friederike

    Ihr habt zwei Gitterstäbe verbummelt, dass muss man auch erst einmal schaffen. 🙂
    Das Alter ist wirklich ein großartiges, da sind die Kleinen noch sooo süß, werden aber immer selbstständiger.

    Liebe grüße, Christian

  4. Schöner Artikel! Toll zu sehen, dass es noch so liebevolle Väter gibt die sich wirklich für ihr Kind interessieren und auf sie eingehen, das ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich. Deine Tipps sind echt hilfreich, besonders das Einschlafritual gefällt mir sehr gut. Weiter so

    • Hallo Jens

      Danke. 🙂 Und schön, dass sich mal wieder ein Mann zu mir verirrt. 🙂

      Ich glaube aber, es gibt auch heutzutage sehr viele Väter die sich für ihr Kind interessieren und sehr liebevoll sind. 🙂 Vielleicht sogar heute noch mehr als früher.

      Liebe Grüße Christian

  5. Sehr schöner und ehrlich geschrieben Beitrag, Christian und allgemein, ein sehr toller und interessanter Blog, den du hier pflegst. Wir haben jetzt erst einmal vom Beistell- ins Gitterbett gewechselt, das aber auch noch bei uns im Elternschlafzimmer steht. 🙂 Von einem Wechsel ins „normale“ Kinderbett sind wir also noch ein Stück weg, doch deine Tipps sind auf jeden Fall schon einmal vorgemerkt. Danke dafür!

    • Danke Lisa!!! Schön, dass Dir mein Blog und der Beitrag gefällt. Und viel Erfolg wenn es soweit mit dem Wechsel ist. 🙂

      Ganz liebe Grüße, Christian

  6. Hallöchen,

    echt cooler Blog und auch endlich mal ein Papi, der sich zu Wort meldet !

    Wir haben das Gück einen sehr ausgeglichenen kleinen Bengel (3 Monate alt) bekommen zu haben der auch schon seit 4 Wochen durchschläft.

    Aber auch wir können bezeugen, dass Rituale wichtig sind. Von Anfang an schläft unser Goldschatz in seinem Gitterbettchen und jeden Abend wird gebadet und eine Geschichte erzählt.
    Das einzige was wir geändert haben nun zwischendurch ist, dass wir ihn beim Geschichtenerzählen auf dem Arm durch sein Zimmer tragen. Das Ganze nachdem er seine Flasche bekommen hat und noch eine frische Windel.
    Unsere Hebamme meinte, dass die Kleinen durch das tragen Stress abbauen und zur Ruhe kommen. Und tatsächlich ist er ruhiger und zufriedener und schläft (meistens) sofort ein.
    Singen und durch das Wohnzimmer tanzen mit dem Baby auf dem Arm hilft auch ganz gut 🙂

    Viele Grüße
    Bianca

    • Hey Bianca

      Man merkt Euer kleiner wächst mit viel Liebe auf. 🙂 🙂 🙂
      Jeden Tag baden, da habt Ihr ja ein schönes Programm. Wir haben das ein bis zweimal die Woche gemacht – außer im Sommer. Hut ab. 🙂
      Das sich Euer Kleiner vom herum tragen im Zimmer beruhigt kann ich mir sehr gut vorstellen, war bei uns auch so. Wir haben dabei dann oft die gleiche monotone Melodie gesummt, die unsere Maus bzw alle Mäuse beruhigt hat. 🙂 Ich denke nur, dass ein Baby auch mal schreien darf, zu mal es sich damit selber reguliert und lernt ohne Hilfe sich zu beruhigen. Aber als Eltern spürt man glaube ich ganz gut, ob es jetzt ein Wimmern ist, dass das Kind sich sich selbst in den Schlaf bringt oder ein echtes Bedürfnis-Schreien nach Nähe oder Essen.

      Ich glaub Ihr macht das super gut und ich wünsch Euch ganz viel Spaß mit dem Kleinen.

      Liebe Grüße, Christian

      P.S.: Danke für Deinen Tipp und den Zuspruch. 🙂

  7. Noch ein Papa der sich auf deine Seite verirrt hat 🙂

    Ich finde es super, diesen Blog gefunden zu haben. Schliesslich liesst man sehr selten hmmm oder nie von einem Papa der über seine Erziehung etc berichtet.

    Mach weiter, ich werde hier nun öffters vorbei schauen.

    Liebe Grüße
    Papa von einem 13 monatigen Bub 🙂

  8. Hallo Christian,

    danke für diesen tollen und hilfreichen Artikel! Als Papa von einem Mädchen und einem Jungen habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht und kenne deine Befürchtungen und Sorgen sehr gut. Gerade als die Kinder das erste Mal ohne Gitter am Bettchen schlafen sollten, hatte ich ein wenig Bauchweh. Würden die Kleinen wirklich im Bett bleiben? Oder würden sie nachts auf Wanderschaft gehen und sich im schlimmsten Fall gar verletzen? Ihr könnt wirklich stolz auf eure Lotti sein – aber auch auf euch, denn ihr habt das neue Schlafritual wirklich ganz clever und konsequent eingeführt. Deine Einschätzung, dass Kinder im Alter von 18 bis 42 Monaten schon im eigenen Bett – auch ohne Gitter – schlafen, können wir nur bestätigen. Bei uns war es ganz genauso. Gitterbetten, die zu einem normalen Kinderbett umgebaut werden können, erweisen sich unserer Erfahrung nach daher als besonders praktisch, da sie sich flexibel an die Bedürfnisse der Kids anpassen lassen.

    Viele Grüße,
    ein ebenfalls sehr stolzer Papa von zwei tollen Kindern 😉

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