Ein vierfacher Vater und Erzieher über Familie, Erziehung, Träume & Karriere, Kindheitserinnerungen, Do it Yourself

papi redet mit, beziehung, liebe

Wenn die Beziehung zwischen Mama und Papa auf der Strecke bleibt

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Ich habe drei kleine Mädels. Wundervolle Mädels. Sie sind zwei Monate, zwei Jahre und vier Jahre alt. Ich bin glücklich das ich sie habe und ich bin froh das ich meine Frau, die Mama, habe. Doch ich würde lügen, wenn ich Euch jetzt erzählen würde, dass es bei mir nur paradiesisch zu geht.

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Kinder sind ein Fulltimejob, der vom Aufstehen bis zum Abend reicht und kein Wochenende, Urlaub oder Feiertag kennt. Da bleibt nicht viel Zeit für die Beziehung, geschweige denn für sich selbst. Das hat sich auch auf mein Leben ausgewirkt.

Wenn man nicht aufpasst und sich Nischen sucht, dann bleibt die Beziehung auf der Strecke und man lebt irgendwann nur noch als gute Freunde bzw Mama und Papa nebeneinander her. Eine liebevolle Beziehung ist das dann nicht mehr. Ich wage mich sogar zu der Aussage vor: Wären nicht die Kinder, die träge Macht der Gewohnheit und das Streben nach Sicherheit und Beständigkeit, dann hätten sich viele Beziehungen mit der Zeit schon in Luft aufgelöst.

Mir selbst macht es auch manchmal Angst, wenn mir auffällt, wie der Liebeszauber der ersten Jahre, das stundenlange Knutschen, Kuscheln oder einfach nur die schönen Stunden zu zweit, auf der Strecke geblieben sind und unter dem Alltagsprogramm verschüttet wurden. Nicht dass das Alles weg ist, aber es macht nur noch einen Bruchteil unseres Lebens aus. Ist das aber ein Wunder? Man muss wissen, wir stehen von morgens bis abends durch Arbeit, Haushalt und Kinder unter Starkstrom. In den letzten fünf Jahren haben meine Frau und ich drei Schwangerschaften erlebt und drei Mädchen bekommen. Da bleibt nicht viel Zeit für die Beziehung oder sich selbst.

Bei uns schaut das dann so aus, dass wir am Abend, nachdem die Kinder im Bett sind, auf der Couch sitzen. Ich auf der einen Seite und meine Frau auf der anderen Seite. Einer schaut fern, der Andere ist am Laptop… bis irgendwann einer von uns sagt, «ich bin müde. Ich geh ins Bett». Und er geht ins Bett und irgendwann später dann der Andere, wenn er nicht auf der Coach eingeschlafen ist. Tolles Liebesleben. Oder? Bei der Vorstellung muss ich selber schmunzeln. Zum Glück ist das nicht immer Alltag. 🙂 Aber mal ganz ehrlich, irgendwann braucht man auch mal eine kleine Auszeit für sich ganz allein… so ganz ohne Partner.

Aus diesem Alltag auszureißen, so von jetzt auf gleich, ist gar nicht so einfach. Auch dann nicht, wenn man Sturmfrei oder Freigang hat, weil Oma und Opa auf die Kinder aufpassen. Denn man kann mal nicht eben zurückholen, was über längere Zeit auf der Strecke geblieben ist. Jedenfalls wir nicht. So gab es bei uns den ein oder anderen verkorksten Kino- oder Restauranteabend.

Doch dann gibt es wieder die Momente wo das ganze Liebesleben aufblüht. Und ich glaube fest an uns und bin überzeugt: Liebe braucht zum Leben nichts Großes. Sie braucht definitiv keinen Luxus, keine großen Urlaube oder neue Anschaffungen. Vielleicht braucht sie all das, um über eine bröckelnde Liebe hinweg zu täuschen!? Darüber kann man philosophieren.

Ich denke, dass man sich die Liebe oder Beziehung dadurch erhält, wenn man…

  • sich Zeit für seinen Partner nimmt.
  • dem Partner zu hört.
  • den Partner ernst nimmt.
  • mit dem Partner über Beziehungsprobleme redet.
  • den Partner überrascht.
  • auch einfach mal das tut, was der Partner mag.
  • den Partner verwöhnt.
  • dem Partner seine Liebe zeigt.

So kann es schon genügen, wenn man am Abend einfach mal seinen Partner mit einer DVD überrascht, dazu vielleicht eine Käseplatte oder Flasche Wein serviert, um dann gemütlich zusammen den Abend auf der Couch zu genießen… Das ist nichts Großes, aber tut total gut.

Und jeder sollte auch immer in sich selbst hinein horchen, warum etwas nicht so läuft wie man es gerne möchte. Oft sucht man bei allen Anderen die Schuld nur nicht bei sich selbst.

Liebe, Beziehung und Familie sind zu wertvoll um sie dem Zahn der Zeit und dem Alltag zu überlassen. Sie braucht die Pflege von beiden Partnern.

Ein frischer Salat und eine Flasche Wein für einen gemütliche Abend zu Zweit.

Ein frischer Salat und eine Flasche Wein für einen gemütlichen Abend zu Zweit.

Wie erging oder ergeht es Euch und was denkt Ihr darüber???

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

12 Kommentare

  1. Ein sehr schöner Beitrag Christian!!!

    Wir hatten Beziehungstechnisch ein sehr schweres Jahr und ich möchte alles was du geschrieben hast unterschreiben. Sone Beziehung – vorallem wenn man Kinder hat – ist viel viel Arbeit!

    Mein (seeeehr privater) Beitrag:
    http://prinzessinwunderlich.blogspot.de/2015/01/mein-jahresruckblick-2014.html

    Viele Grüße und Euch weiterhin alles Gute

    Eve

    • Hey Eve

      Danke!!! Wir sind also nicht die Einzigen die es schwer haben. 🙂 Mir ist halt wichtig, dass wir unsere Beziehung nicht vernachlässigen und die Kinder immer Mittelpunkt stehen, egal wie sehr wir sie lieben.

      Liebe Grüße, Christian

  2. Hallo, sehr schön geschrieben. Ich habe 4 Männer und kann alles unterschreiben. Meine Jungs sind jetzt 2 Monate, 2 Jahre und noch 3 Jahre alt, also sehr ähnlich 😉

  3. Lieber Christian,

    vielen Dank für diesen persönlichen Artikel.
    Schwangerschaften und Babyphasen sind schon wirkliche Beziehungsstress-Faktoren. Müssen sie nicht sein, können sich aber immer mal wieder als solche entpuppen.
    Ich wage aber zu bezweifeln, dass kinderlose Paare nach Jahren der Beziehung pausenlos den Himmel voller Geigen und ein durchwühltes Bett haben 😉

    Man kann sich einrichten, die Abende der Wochenenden zu nutzen, um Zeit füreinander zu haben. So handhaben wir das seit Jahren. Und ich bin absolut dankbar, dass ich immer noch ein wolhlig-nervöses Kribbeln spüre, wenn mein mann nach Hause kommt. Wir haben unserer Beziehung einen festen Raum in unserem Leben gegeben. Und diesen schütze wir durch feste Grenzsetzung.

    dennoch gab es immer wieder Phasen, in denen wir zu müde waren für Beziehungspflege. Da waren die Kinder dann mal beim Opa und wir blieben dennoch zuhause, statt romantisch essen zu gehen. Und haben einfach rumgelungert 🙂

    Ich stimme Dir absolut zu, dass man sich bewusst machen muss, wie viel Pflege und Aufmerksamkeit eine Beziehung braucht, die durch den Alltag und die Kinder ohnehin schon bestimmten Belastungsproben ausgesetzt ist 🙂

    Liebe Grüße

    Lareine

    • Hallo Lareine

      Danke für Deine lange Antwort!!! 🙂

      Die Schwangerschaften und Babyphasen waren bei uns nicht immer Beziehungsstress-Faktoren. Wir haben das ganz gut gemeistert. Aber wir selbst und unser Beziehungsleben sind dennoch auf der Strecke geblieben.

      Die Abende an Wochenende muss ich seid einem guten Jahr zum Lernen für meine Ausbildung zum Erzieher nutzen. Die Jahre davor war ich oft und viel zu viel arbeiten.

      Aber ich denke auch, man muss sich bewusst werden, dass man auch an seine Beziehung denken muss. Sonst sind die Kinder irgendwann aus dem Haus und man selbst spürt, eigentlich verbindet uns nichts mehr. Und das möchte ich nicht… dass mir beim schreiben dieses Posts noch deutlicher geworden.

      Danke noch einmal für Deine Worte!!!

      Liebe Grüße, Christian

  4. Lieber Christian,

    danke für den schönen Artikel. Ihr seid nicht alleine! Unser Kleiner ist nun auch zwei Monate alt, die Große ist fast zweieinhalb. Ich habe vor ein paar Monaten mal über das Thema geschrieben: http://allesinklein.com/2014/02/19/wo-bleibt-die-liebe-wenn-aus-zwei-plotzlich-drei-werden/ … das war noch bevor unser Sohn unterwegs war. Tja, und was soll ich sagen. Mir scheint, es beginnt nun alles wieder von vorn.

    Vieles, was sich eben schon so gut eingespielt hatte nach der Geburt von Kind 1 ist nun wieder passé. Man hat nun wieder einen Säugling, der einen praktisch 24 Stunden am Tag fordert. Und dazu noch eine „Große“, die ja auch noch so klein ist (was man manchmal fast schon vergisst, weil sie halt im Vergleich zum Baby doch schon so viel kann).

    Das Gute ist, finde ich: Man wird irgendwie gelassener, auch bei diesem Thema. Man weiß: Es wird alles auch wieder etwas entspannter nach dieser ersten intensiven Phase mit dem Baby. Zumindest hoffe ich das! Und wenn sich dann wieder alles eingespielt hat, ist Zeit für Kind Nr. 3 😉

    Ich vertraue darauf, dass wir einfach nie vergessen, dass wir auch ein Paar sind, und nicht nur Eltern. Aber, klar, manchmal ist es verdammt harte Arbeit.

    Alles Liebe! Petra

  5. Pingback: Eltern sein. Paar bleiben. Ein paar Gedanken | allesinklein

  6. Hallo Christian,

    sehr schön zusammengefasst – ich erkenne uns wieder 😉 ich werde es mal ausdrucken und meiner Frau heute abend bei einem Glas Wein – leider ohne Käse, da unser Laden nur FR/SA aufhat – vorlesen…

  7. Gut gebrüllt, Löwe! Wahre und ehrliche Worte. Auch hier läuft es nicht immer rund. Klar. Aber ganz genau wie bei euch, gibt es Zeiten in denen alles wieder aufblüht und man sich sicher ist, dass alles genau richtig ist. So wie es ist. Wir genießen sowohl Elternauszeiten, als auch jeweils 4 Urlaubstage im Jahr, die jeder von uns mal ganz allein verreist. Mein Mann fährt im März für 4 Tage an die Ostsee. Nur mit guten Büchern. Ich war im November in Wien. Dann sind wahre Erholungsoasen für uns.
    Liebe Grüße, Nina

  8. Hallo Christian!
    Eigentlich wollte ich mich gerade mit unserer Jüngsten (2Monate) für eine halbe Stunde hinlegen, um mich vom gestrigen Prinzessinnengeburtstag der Großen (4) zu erholen – während Papi dieselbige und die Mittlere (2) beschäftigt … Da wollte Königstochterjüngste doch lieber trinken und dadurch bin ich auf deinen Blog gestoßen: herrlich, verbindend, tröstend und lustig – so isses eben! Werde heute Abend versuchen, die Sofasituation romantischer zu gestalten! Vielen Dank fürs „Spiegelvorhalten“ und herzliche Grüße an deine Damen 😉
    Anne

  9. Ich glaube, wie alle Paare bevor das Kind kommt, hoffe ich, dass es bei uns aus irgendeinem Grund besser läuft, weiß aber tief drin, dass du Recht hast und habe große Angst davor, wie unsere bisher so wunderbare Beziehung sich verändern wird, wenn unser Kleiner erstmal mitmischt.
    Ich glaube, es ist zum Einen sehr wichtig, mit dem Partner darüber zu sprechen, was man vermisst oder was man erwarten würde. Zum anderen hilft es mir auch jetzt schon, wenn ich etwas „beziehungsfaul“ werde, mich bewusst zu erinnern, warum ich mit ihm verheiratet bin und was ich so sehr an ihm liebe. Wenn er dann nach Hause kommt, ertappe ich mich dabei, wie ich mich wieder freue, wie am ersten Tag, ihn zu sehen und mir besonders Mühe gebe.

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