Ein vierfacher Vater und Erzieher über Familie, Erziehung, Träume & Karriere, Kindheitserinnerungen, Do it Yourself

Auf dem Feensteg

Ich gebe meinen Kindern Liebe und lasse sie fliegen

| 4 Kommentare

Gerade wurde meine vierte Tochter geboren. Glücklich. Ich halte inne und frage mich, was möchte ich meinen Mädels mit auf ihre Reise in unsere wunderbare Welt voller Wunder, Licht und, leider auch, Dunkelheit geben. Das erste an was ich denke ist LIEBE UND FREIHEIT. Warum? Wahrscheinlich daher, weil ich selbst in meiner Kindheit viel Liebe erfahren habe, die mir immer Rückhalt gab, und viele Freiheiten bekommen habe, die ich auskostete und mich zu mir selbst führten. Das hat mich geprägt und ein großes Stück weit zu dem gemacht, was ich heute bin und aus mir noch machen werde. Ich mag nicht alles an mir, vor allem nicht meine Schwächen. Aber ich liebe meine Ruhe, meine positive Grundstimmung,  mein Vertrauen in mich selbst und in die Welt.

Ich habe mich immer von meinen Eltern geliebt gefühlt

Ich war als Kind und später auch als Jugendlicher nicht immer einfach und löste bei meinen Eltern mit großer Wahrscheinlichkeit so manches Mal Verzweiflung und Sorgen aus. Aber egal ob ich nun ein Vorzeige- oder Sorgenkind gewesen bin, ich habe mich immer von meinen Eltern GELIEBT gefühlt. Dass bedeutete auch, dass ich von ihnen so angenommen wurde wie ich war. Ihre Liebe gab mir eine innere Ausgeglichenheit, Kraft und das Gefühl etwas Besonderes zu sein.

Diese Ausgeglichenheit, Stärke und das Gefühl wichtig zu sein, flechteten ein starkes Netz in mir. Ein Netz, das so stark war um mich nicht nur in Krisen aufzufangen, sondern vor allem wieder ins Leben zurück zu katapultieren. Und, dass oft noch stärker als zu vor.

Oder anders gesagt, ich strotzte als Kind und Jugendlicher nicht unbedingt vor Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, ich war auch nicht der Stärkste oder Schlauste. Aber ich hatte Liebe, Vertrauen und Lebenslust in mir. Das was mir meine Familie gab, konnte ich leben und anderen geben. Ich hatte viele Träume, Ideen, Freunde,… . Ich hatte eine wundervolle Kindheit, von der ich bis heute zerre.

Diese positive Stimmung in mir, dieses Vertrauen in die Welt und in mich selbst, hat mir stets geholfen vor Hürden nicht zu stoppen, sondern sie zu nehmen. Denn ich habe immer geglaubt, irgendwie geht das schon.  Auch der schlechtesten Situation oder Begegnung konnte ich stets etwas Gutes abringen.

All dies glaube ich spielt eine große Rolle, warum ich jeden Tag aufs neue meinen Kindern mit viel Liebe, Ruhe und Vertrauen in sie selbst begegne und für mich nicht entscheidend ist, ob sie schon mit 2 oder 3 dies oder jenes können, sondern das sie sich wohlfühlen. Denn das Andere kommt von ganz allein, wenn der richtige Grundstein gelegt ist und das Kind dazu reif ist. Jedenfalls lehrt mich das meine eigene Geschichte.

Wer fällt, lernt fliegen

Ich bin heute sehr froh, dass ich als Kind viele, nein sehr viele Freiheiten hatte. Rückblickend erkenne ich zwar auch, dass ich dadurch in viele Fallen mit meinem jugendlichen Leitsinn, Sturm und Drang getappt bin, aber dafür war mein Leben sehr lehrreich. Und, ich möchte diese Erfahrungen nicht missen, da sie verdammt prägend und auf mich stärker als jede Weisheit und jedes Lehrbuch wirkten.

Diese Freiheiten haben mir das Facettenreiche Leben gezeigt und mich davon kosten lassen. Nicht alles schmeckte, was ich kostete und so fand ich auf vielen Umwegen, ohne Druck von Außen zu mir selbst. Ein wichtiger Schritt, wenn man seinen Platz in der Welt finden will, mit dem man sich in guten wie in schlechten Tagen wohl fühlt.

Ich bin heute verdammt glücklich, dass mich meine Eltern nie in eine Ecke drängten und Großes von mir erwarteten. Ich konnte mir mein Leben so einrichten wie ich es wollte. Und, das erfüllte mich mit Zufriedenheit und der Kraft Wege selbst beschreiten zu können.

Liebe geben und fliegen lassen

Auch meine Mädels sollen selbst entscheiden können, was, wann und wie sie ihr Leben führen wollen. Ich möchte sie nicht in eine Ecke drängen, in der sie nicht stehen wollen und sich unwohl fühlen. Der eine ist in der Backstube glücklich und der andere muss erst Doktor werden.  Man kann mit viel glücklich werden, aber auch mit wenig. Es liegt in jedem selbst begründet, wie viel man zu leisten vermag und mit was man sich zu frieden gibt. Oft muss man auch erst verschiedene Wege beschritten haben, um zu wissen welcher der richtige ist. Diese Freiheit den eigenen Weg, mit eigenem Tempo beschreiten zu können, möchte ich meinen Mädels geben.

Meine Liebe soll ihnen dabei Rückhalt und Kraftquelle sein, die sie antreibt und zu der sie immer wieder zurück kehren und auftanken können.

Ich gebe meinen Kindern Liebe und lasse sie fliegen. Dass bedarf viel Vertrauen, Geduld und sich selbst zurück zu nehmen.

 

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

4 Kommentare

  1. Hallo Christian,

    das ist ein sehr schöner Artikel! Herzlichen Glückwunsch Dir und Deiner Frau zum vierten Kind. Für euren Mut auch zum vierten Kind „Ja“ zu sagen bewundere ich euch wirklich sehr!

    Auch ich hatte viele Freiheiten in der Kindheit, das ist sicherlich sehr prägend – aber auch nicht immer so einfach wenn man Vieles erst selbst „herausfinden“ muss.

    Schön in jedem Fall, dass du dir die positiven Erfahrungen aus deiner eigenen Kindheit für deine Mädchen ebenso wünschst und wenig Druck aufbauen möchtest. (Auch wenn man in der Praxis vielleicht doch mal ungeduldig werden kann als Elternteil – oder in meinem Fall als „Stiefelternteil“.)

    Viel Freude & Kraft beim langsamen Kennenlernen eures neuesten Familienmitgliedes.

    Liebe Grüße

    Judith

  2. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!!!

  3. Oh, ich habe es gerade gelesen – ganz herzlichen Glückwunsch zu Eurer neuen Erdenbürgerin, lieber Christian!!!

    Ich wünsche Dir und Euch alles Gute – schreib und bleib weiter so wie Du bist. Und Dein aktueller Beitrag geht direkt ins Herz – vielen Dank dafür!

    Deine Küstenmami

  4. Erstmal herzlichen Glückwunsch zu eurer vierten Tochter, Christian!
    In einigen Textzeilen, die du schreibst, erkenne ich gewisse Parallelen zu meiner Kindheit. Vielen Dank und weiter so.

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