Ein vierfacher Vater, Kita-Erzieher und Kinderbuchautor über sein Leben in Berlin-Prenzlauer Berg

Draußen im Sand und Dreck spielt es sich am schönsten
Draußen im Sand und Dreck spielt es sich am schönsten

Kinder brauchen Dreck – fatale Folgen durch übertriebene Hygiene

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Was viele Menschen instinktiv fühlen, wurde nun von US-Wissenschaftlern aus Boston erstmals an Tierversuchen nachgewiesen: Zu viel Sauberkeit ist ungesund.  Auch, wenn ich gegen Tierversuche bin, kann ich nicht leugnen, dass die Ergebnisse sehr interessant sind.

Die Erkenntnisse sind allerdings aber nicht neu. Denn schon andere Experten wiesen darauf hin, dass übertriebene Hygiene nicht gesund ist. Und der Volksmund gibt dieses Wissen von Generation zu Generation mit den schlichten Worten weiter: „Dreck reinigt den Magen“.

Fatale Folgen durch übertriebene Hygiene

Die US- Wissenschaftler aus Boston wiesen nach, dass Mäuse, die in sterilen Käfigen leben und ausschließlich keimfreies Futter bekommen, mit der Zeit Beschwerden entwickeln: Allergien, Darmerkrankungen oder Asthma. Das fatale ist, die Entwicklung kann durch eine laxere Hygiene nicht rückgängig gemacht werden.

Kinder sollten im Dreck spielen dürfen

Auf dem Spielplatz kann ich oft beobachten, dass Mütter und Väter emsig ihre Kleinen vor Dreck behüten. Wenn ich das sehe, dann erinnere ich mich oft an das obige Sprichwort „Dreck reinigt den Magen“. Experten sind sich ebenso einig: Das Immunsystem von Kindern wird durch zu viel Sauberkeit geschwächt.

Lassen wir unsere Kinder doch ruhig durch Matsch und Pfützen springen oder in Sträuchern auf Entdeckungstour gehen, auch wenn es dort nicht sauber ist oder von Ameisen und Käfern nur so wimmelt.

Erst kürzlich habe ich eine Mutter mit ihrem Baby auf dem Spielplatz mit Freude beobachtet. Ihr Baby hat sich eine Hand voll Sand nach der anderen in den Mund geschaufelt. Die Mama schaute ganz entspannt zu, nur ich verzog leicht den Mund und dachte mir, „Das kann doch nicht schmecken.“. Dass es dem Baby schmeckte, kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Aber es muss diesem einen riesen Spaß bereitet haben. Und, es ist doch schön, wenn die Kleinen neugierig ihre Welt erkunden und Freude haben.

Aber aufgepasst: Wo Hunde oder Katzen ihren Kot und Dreck hinterlassen, lauern Gefahren. Das gefährliche Gemisch aus Sand, Kot und Dreck kann Erkrankungen für Magen oder Leber zu Folge haben.

 

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

5 Kommentare

  1. He Großer,

    mal ein dickes Lob dafür, dass Du Eure Tochter nie direkt fotografierst! So süß wie die Kleine ist, aber sie wird noch früh genug Fotos von sich ins Netz stellen – das dann aber selbst entscheiden 😉

    liebe grüße nicole

  2. Ich habe vor kurzem noch eine Doku namens „Hygienewahn“ gesehen, in der es um den vermeintlichen Nutzen von diesen antibakteriellen 99,9% Reinigern im Haushalt ging. Darin wurde auch die Studie mit den Mäusen angesprochen, die in einer sterilen Umgebung krank wurden, wobei ich mich gefragt habe, warum es keine anderen Methoden außer Tierversuchen gibt, um das herauszufinden, da ich auch gegen solche Versuche bin. Die Mediziner in der Doku haben jedenfalls auch davon gesprochen, dass Kinder in jungen Jahren mit Dreck in Berührung kommen müssen, um ihr Immunsystem zu stärken. Anderfalls wäre es wahrscheinlich, dass sich später Allergien entwickeln. Und wenn ich mir so überlege, dass eigentlich völlig ungefährliche Tierhaare auf einmal eine Immunreaktion auslösen, ist das ja auch irgendwie seltsam. Ich bin zwar noch kinderlos, aber werde jedenfalls später darauf achten, dass meine Kinder auch im Matsch spielen dürfen und ich nicht mit dem Desinfektionsmittel hinter ihnen herlaufe.

  3. Mich beschleicht auch häufiger ein schlechtes Gewissen, wenn sich unsere Mädels nach dem Spielen im Garten nicht vor jedem Essen die Hände gewaschen haben (es geht in dem Gewusel einfach oft unter…). Aber dann muss ich wieder an Eckhardt von Hirschhausens Ausspruch denken: „Alles, was man in den Körper rein tut, was da nicht reingehört, stärkt das Immunsystem.“
    Und es ergibt ja auch irgendwie Sinn: Wenn das Immunsystem nichts zu tun hat, dann fängt es an den eigenen Körper anzugreifen. Bei öffentlichen Sandkästen bin ich zwar auch nicht für fröhliches Sandessen, aber sonst ist es gut zu wissen, dass die Wissenschaft das Bauchgefühl bestärkt.

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