Ein vierfacher Vater, Kita-Erzieher und Kinderbuchautor über sein Leben in Berlin-Prenzlauer Berg

Mir reicht es meinen Kindern das Spielzeug hinterher zu räumen

| 6 Kommentare

Meine 2 Mädels haben beim Spielen ihren Spaß. Das sieht man. Sie verteilen ihre ganzen Spielsachen nicht nur im Kinderzimmer. Nein, dass wäre auch zu schön. 🙂 Doch das hat jetzt ein Ende! 

Überall Spielzeug – In unserer Wohnung schaut es aus wie im Kindergarten

Die Spielsachen liegen auf dem Flur, im Wohnzimmer, im Bad und ab und an finden wir sie auch in den Küchenschränken. 🙂 Die Kinder und aufräumen – Fehlanzeige. Lieber kramen unsere beiden Mädels neues Spielzeug hervor und verteilen es überall. Maus und ich räumen während dessen das herumliegende Spielzeug wieder auf und dämmen das Chaos ein wenig ein. Ein ewiger Kreislauf, der gefühlt mit dem Aufstehen beginnt und mit dem ins Bett gehen endet.  In unserer Wohnung sieht es dann oft aus wie in einem Kindergarten, nur dass dort die Kinder die Spielsachen mithelfen aufzuräumen. 🙂 Bei uns irgendwie nicht. Hmhhh… es wird Zeit das unsere Kinder mithelfen aufzuräumen.

Stop, wie läuft das eigentlich bei mir im Kindergarten?

Fasziniert stellte ich im Kindergarten fest, dass über 20 Kinder das Spielzimmer auf den Kopf stellen, aber danach Alles wieder mithelfen aufzuräumen.

Sicherlich hat das nicht gleich von Anfang an geklappt. Aber ich glaube, dass durch das Miteinbeziehen der Kinder beim Aufräumen und das ständige Wiederholen dieses Rituals das Aufräumen zu Normalität für die Kinder geworden ist. Die Kinder wissen, bevor etwas Neues beginnt, wird erst das Spielzeug aufgeräumt. Das gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung.

  • Kinder beim Aufräumen immer wieder miteinbeziehen.

Aufräumen ist für Kinder langweilig, doch das muss es nicht bleiben

Im Kindergarten stimmen wir das Aufräumen immer mit einem Lied an. Kinder lieben Lieder. Das spürt man schon, wenn sie zu ganz einfachen Liedern strahlen, wippen und klatschen.

Zum Aufräumen singen wir dann mit ihnen immer dieses Aufräumlied, wie das in vielen Kindergärten passiert:

«1, 2, 3, das Spielen ist vorbei. Alle Kinder, groß und klein, räumen jetzt das Spielzeug ein. 1, 2, 3, das Spielen ist vorbei.»

Die Melodie stammt von dem Kindervers:

«A, B, C, die Katze lief im Schnee…»

Ich stimme das Lied jetzt auch zu Hause beim Aufräumen immer an und Melinchen hat schon nach kurzer Zeit mit eingestimmt. Jetzt räumen wir tatsächlich gemeinsam auf. 🙂 Das liegt natürlich nicht nur an dem Lied, sondern auch daran, dass Maus und ich konsequenter geworden sind. Es gibt erst eine Belohnung bzw. etwas Neues, wenn aufgeräumt ist. Aber das Lied ist natürlich ein sehr schöner Teil dieses Rituals.

  • Aufräumen ist für Kinder langweilig. Mit Liedern macht das ganze mehr Spaß.

Was bei den Kleinen das Aufräumen noch unterstützt

Kinder mögen Lob. Das soll jetzt nicht heißen, dass man sie den ganzen Tag über loben soll. Mit Lob sollte man sparsam umgehen, da es sonst für die Kinder nichts Besonderes mehr ist. Nur sollte es nicht das obligatorische «das machst du aber toll» sein. Besser ist, wenn man sagt, «das hast du aber toll aufgeräumt, jetzt ist ja wieder richtig schön viel Platz zum spielen». Hierdurch spüren die Kinder, dass das Lob wirklich ernst gemeint ist und die Eltern Anteil an ihrem Tun nehmen.

  • Lob tut Kindern gut. Doch man sollte sparsam damit umgehen und es begründen.  

Schön ist es auch, wenn man den Kindern sagt, warum man aufräumt bzw was nach dem Aufräumen kommt. Zum Beispiel: Wenn wir jetzt die Bausteine einräumen, dann können wir auch die Türchen vom Adventskalender öffnen. Oder: Wenn wir jetzt Alles schön aufräumen, dann gibt es auch Schokoladenkuchen und danach können wir noch auf den Spielplatz gehen. Das ist ein schöner Anreiz für die Kinder um aufzuräumen.

  • Den Kindern sagen warum sie aufräumen sollen bzw was nach dem Aufräumen kommt.

Und, nun erzählt Ihr mal, was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Helfen eure Kinder euch beim Aufräumen?

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

6 Kommentare

  1. Toller Beitrag! Mein Großer ist eigentlich sofort beim Aufräumen dabei, wenn ich los lege! Aber gerade was das Wohnzimmer angeht, muss ich auch oft den Riegel davor schieben. Überall findet man Autos, Autos, Autos! Wenn Besuch kommt, gab es schon mal eine Zeit, wo gefragt wurde, ob dass das Wohnzimmer oder nicht doche her das Kinderzimmer ist 😉

  2. Auf meiner Facebook Seite freute ich mich ganz besonders über diesen tollen Kommentar zu dem Artikel von der Franzi, weshalb ich diesen hier Euch zitieren muss:

    Bei uns klappt die „Spielmethode“ ganz gut. -> „Mama hat die Kuscheltiere ja viel eher aufgeräumt, als Du Deine Bausteine.“ mehr Motivation gibts dann bei: „wer erster ist, bekommt ein Bonbon/ darf sich aussuchen, was es zum Abendessen gibt.“
    Aber auch wir haben schon Püppies ganzes Zimmer ausräumen müssen, weil gar nichts half. Dann wurde alles ganz brav an seinen Platz geräumt – der einmalige „Schock“ durch das leere Zimmer hält nun schon fast ein Jahr. inzwischen reicht ein „was auf dem Boden liegt, wenn ich nachher gucken komme, ist dann mein Spielzeug“
    Viel Glück und Spaß beim „Aufräumtraining“

  3. huhu,
    also eigentlich kann ich relativ stolz verkünden, dass meine beiden Lütten (6 und 3 Jahre alt) relativ gut und freiwillig mit aufräumen…
    Ich denke es hängt damit zusammen, dass sie von Anfang an mitgeholfen haben, mal mehr mal weniger *hehe* aber immer mit einbezogen wurden.
    Und wenn doch mal Aufräum-Unlust herrscht helfen Spiele wie zum Beispiel:
    – Aufräumen nach Farben, also erst alles was rot ist, alles gelbe etc.
    – Wettaufräumen, Wer räumt das meiste auf? Wer wird Aufräumkönig?
    – Aufräumen wie Tiere, also krabbelnd, hüpfend …
    etc.
    So kommt etwas Abwechslung in den Aufräumalltag und es macht mehr Spaß!
    Wichtig finde ich aber auch, dass es nicht zu unübersichtlich wird: Wir erleben immer wieder, dass die Spielzimmer bei Freunden überquellen vor Spielzeug, die Kinder gar nicht wissen womit sie spielen wollen und dann erstmal wahllos alles ausräumen… Bei uns ist das etwas anders:
    Wir tauschen regelmäßig die Spielsachen aus. so sind derzeit beim Kleinen die Duplozootiere, die heißbegehrt sind, nach einiger Zeit kommen die in den Abstellraum und dafür kommt die RIESENKISTE mit der Eisenbahn raus oder die Holzbausteine oder… Bei der Großen machen wir es auch so, aktuell ist der Kaufmannsladen uninteressant, also raus damit und Puppenhaus rein= mehr Plaz im Kinderzimmer, weniger Chaos und das Interesse an den einzelnen Spielwelten ist irgendwie größer bzw. wir haben das Gefühl, dass intensiver gespielt wird…
    Das geht aber auch nur, weil wir genügend Fläche haben, um Spielsachen zwischenzulagern und beide Kinder wissen, dass die Sachen da sind.
    Und allgemeine Spielsachen wie Bücher, Puzzle und Spiele sind auch immer da, aber auch da tauschen wir regelmäßig, da wir zum Beispiel begeisterte Brettspieler sind und soviel haben, dass die Kinder sich nie entscheiden können, welches Spiel sie spielen wollen, ca alle 2 Wochen tauschen wir aus und es sind immer so ca. 5 Spiele im Fach…
    Vielleicht mal so als Anregung, dass weniger auch in dem thema mehr sein kann=)
    Liebe Grüße

  4. Achtung ‪Blogparade‬! Aber nicht nur für ‪Mamablog‬’s – das Thema ist Zerstören Kinder unsere Freundschaft? Denkbar sind alle möglichen Perspektiven auf das Thema. Schaut mal rein – ich freue mich über jeden, der mitmacht!

  5. Hallo!
    Schöner Blog! 🙂
    Also unsere Tochter räumt gerne ihr Kinderzimmer mit auf, AABER in den Wohnräumen fliegen auch ihre Spielsachen herum. Grrrmpf! Besonders nett, wenn man unter Bett und Sofa rumwühlen muss. ^^
    Liebe Grüße

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