Ein vierfacher Vater, Kita-Erzieher und Kinderbuchautor über sein Leben in Berlin-Prenzlauer Berg

Papa schläft aus und Mama versorgt die Kinder

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Ich brauche am Morgen beim Aufstehen oft länger als meine Frau. Habe ich mich endlich aus dem Bett gerappelt, da schlürft meine Frau schon ihre erste Tasse Kaffee und umsorgt die Kinder. Dass sorgt nicht gerade für Luftsprünge bei ihr. Wenn ich nicht wüsste, dass ich hier als Papa kein Einzelfall bin, dann würde ich mein Schlafbedürfnis auf meine allabendlichen bis in die Nacht reichenden Arbeitsstunden schieben und das ich unserer Nuria (0,2) meist die letzte Flasche gebe. Aber ich glaube so einfach ist das nicht.

Brauchen Väter mehr Schlaf als Mütter?

Ich habe mich gefragt, könnte es sein dass Väter mehr Schlaf als Mütter brauchen. Könnte doch sein, oder?

Ich habe mich schließlich im Internet auf die Suche gemacht und zum Thema recherchiert. Mein Fundes war nicht gerade groß. Aber diese alles entscheidende Frage muss jetzt geklärt werden. Lach. 🙂

Man hört und staune: Bei meinen Recherchen bin ich sogar darauf gestoßen, dass «Frauen etwa anderthalb bis zwei Stunden länger schlafen, wenn man sie lässt». Das sagt zu mindest der Psychiater Thomas Pollmächer wie ich auf Spiegel Online lesen konnte. Dass kann gut möglich sein, kommt bei uns daheim aber wahrlich selten vor. Schmunzel. 🙂

Eine andere Studie fand heraus, dass Männer gegenüber Frauen ein dickeres Fell haben, wenn Babys schreien. Hierzu konnte ich bei  T Online lesen,«Männer bleiben einfach liegen, wenn das Baby anfängt zu brüllen. Sie ignorieren das Geschrei aus dem Kinderzimmer dreimal länger als es die Mütter tun». Hmmm… das könnte auf jeden Fall ein Grund sein. Aber das war und ist bei mir nicht die Regel. Obwohl… ab und an kann ich das ganz gut. Aber meine Frau ist da nicht anders. 🙂

Es bleibt aber die Frage, warum bleibe ich oder andere Väter oft auch liegen, wenn wir längst schon wach sind und die Kinder hören?

Eine Frage der Tradition, Gewohnheit oder Rollenverteilung?

Von unseren Eltern, Großeltern, Urgroßeltern… wissen wir, dass sich vor allem die Mutter um Haushalt und Kinder sorgte. Da war es keine Frage wer sich am Morgen um die Kinder kümmert. Es war die Frau. Der Mann ging arbeiten. Ich glaube, dass dieses Rollen-Verständnis immer noch in uns wohnt, auch wenn sich die Rollen gewandelt haben.

Doch auch wenn sich die Rolle des Vaters gewandelt hat und er sich heute viel mehr um Haushalt und Kinder sorgt, steht dennoch, wenn man denn ehrlich ist, meistens die Frau am Morgen auf und kümmert sich als erstes um die Kinder. Klar gibt es auch die Väter, die hier mit guten Beispiel voran gehen. Ich nehme mir es auch immer wieder vor. 🙂  Wirklich. 🙂

Ich denke, hier spielt Gewohnheit und Rollenverteilung eine starke Rolle. Denn es ist immer noch so, dass meist die Frau nach der Geburt in Elternzeit geht und der Mann weiterhin arbeitet. Die Rollenverteilung ist hier oft noch wie Früher: Mama schmeißt den Haushalt und kümmert sich um den Nachwuchs und der Mann geht arbeiten. Wenn dann das Kind am frühen Morgen schreit oder wach ist, dann ist es die Frau die sich um dieses kümmert.

Die Rollenverteilung ist nicht Gesetz.

Dennoch muss man ganz klar und deutlich sagen: Die Rollenverteilung ist nicht Gesetz. Sie ist änderbar.

Ich war einmal zwei Wochen allein mit meinen Kindern und weiß seitdem: Haushalt und Kinder sind kein Zucker schlecken. Dieser Arbeitstag ist nicht nur 8, 10 oder 12 Stunden lang.

Warum sollte deshalb nicht auch die Mutter ausschlafen und der Mann aufstehen!?

Es würde mich sehr interessieren wie das bei Euch aussieht, warum ihr denkt das es so ist und ob es ändern könnte bzw. sollte???

Autor: Christian Kempe

Hi, ich bin der Christian oder auch Chris genannt. Ich blogge über Themen wie Familie, Erziehung, Träume, Karriere und Kindheitserinnerungen und arbeite als Erzieher. Einblick erhaltet ihr in mein wundervolles, chaotisches und oft auch nervenaufreibendes Familienleben mitten in Berlin. ​Mein Motto ist: Wer immer nur das tut, was er immer tut, der wird an seiner Situation nichts ändern! Ihr findet mich auch auf Facebook, Youtube und Google+ .

10 Kommentare

  1. Also bei uns ist das recht fair Verteilt, wie ich es finde. Wir arbeiten beide. Der Papa vollzieht. Zudem studiert er am Freitag Abend und Samstag morgen. Ich arbeite (noch) nur zwei mal die Woche. Unser Sohn geht in den Kindergarten. Immer, wenn ich frei habe – sprich Montags, Dienstags und Donnerstags, stehe ich morgens auf und mache den Sonetten fertig und bringe ihn in den Kindergarten. Wenn ich arbeiten gehe (Mittwoch und Freitags) ist das der Job vom Papa. Wobei wir Mittwochs das auch zusammen machen, da an diesem Tag „Oma-Tag“ ist und wir so gemeinsam zur Arbeit fahren können. Am Samstag bin ich dann wieder dran – der Herr ist ja in der Uni. Dafür darf ich am Sonntag ausschlafen und bekomme das Frühstück gemacht. Es hat sich so etabliert und bewährt… Dafür steht der Mann aber Nachts auf (wenn es überhaupt noch anfällt), nachdem ich ihn wach gemacht hat und macht dem Kleinen nochmal eine Flasche. Ich bin zwar ebenfalls die ganze Zeit wach im Bett, weil das Kind schreit. Aber wenn ich einmal aufstehe, kann ich schlechter wieder einschlafen. Wohingegen der Kerl einfach wieder ins Bett fällt und eine Sekunde später schnarcht, als wäre nie etwas gewesen…

  2. Huhu,
    Oft ein sehr großes Thema bei uns

  3. Hallo Christian,
    ein wirklich interessanter Artikel und schön mal einen Papa-Blog gefunden zu haben. Habe vorher noch nie drüber nachgedacht – musste dir bei einigen Passagen aber klar zustimmen.
    Es ist bestimmt ein großer Teil „alte Rollenverteilung“ und ich versuche einen großen Teil der „Arbeit“ zu übernehmen. Aber ich muss auch sagen, dass meine Frau unsere Kleine immer sofort und (fast) immer vor mir hört. Tröstet sie unsere Kleine, bin ich nach 1 Minute wieder eingeschlafen – anders herum kriegt sie kein Auge zu bis Lilli wieder friedlich schläft und ich zurück im Bett bin.
    Ich versuche auf jeden Fall so oft es geht meiner Frau Aufgaben abzunehmen. Allerdings kann ich ihren „siebten“ Sinn einfach nicht schlagen und verpenne zugegebenermaßen die eine oder andere Gelegenheit.

    Beste Grüße von der Ostsee,
    Paul

  4. Hallihallo,
    Also das klassische Argument was mir noch einfällt ist „der Mann muss hart arbeiten und das heiß verdienen“, aber ich denke dass ist in den meisten Familien tatsächlich überholt. Spätestens wenn der Mann mal alleine mit den Kindern war bzw die Frau sich arbeiten geht.
    Mein Mann ist aber tatsächlich einfach ein totaler Morgenmuffel und braucht morgens ewig um wach zu werden und aufzustehen. Unser Sohn scheint genauso zu werden… Vielleicht ist diese Morgenmuffeligkeit ja bei der männlichen Spezies häufiger vertreten?
    Liebe grüße

  5. Hehe… naja wenigstens hast du versucht dir einen wissenschaftlichen Hintergrund zu verschaffen 😛 😉 Bei uns ist das auch so, Papa ist immer kaputt morgens und schafft es nicht, außer ich jammere ganz laut wegen Migräne oder so. Das liegt daran dass er abends nicht ins Bett geht, er muss ja auch mal Zeit für sich haben ne… is klar 😉 Dafür schieb ich ihm das Kind dann abends zu, weil er ja dann so eine lange Pause hat.

    Liebe Grüße, Janina

    • Hey Janina

      Ist ja fast wie bei uns. 🙂 Lach. Aber ich bin abends nicht nur aus Spaß wach. Oft lerne ich für die Schule oder arbeite nebenbei am Blog, der nicht unwichtig ist, um all unsere anfallenden Kosten im Monat zu decken.

      Liebe Grüße, Chris

  6. Als Vater kenn ich das Phänomen tatsächlich auch. Ich bekomme oft Nachts überhaupt nicht mit, wenn die Tochter aufwacht und redet. Und falls doch, dann ist meine Frau schon bei der Kleinen. In den seltenen Fällen, in denen ich es vor ihr höre, steh ich natürlich auf und geh auch zu ihr um sie zu trösten oder wieder in den Schlaf zu begleiten. Wie oft hab ich morgens schon gedacht, die Tochter hat durchgeschlafen während meine Frau mir erklärte, sie sei 3 ⨉ aufgewacht?!

    Daher haben meine Frau und ich eine »stille« Vereinbarung. Sie kümmert sich hauptsächlich des Achtens – wie gesagt, es sei denn ich höre es. Dafür steh ich mit der Kleinen auf und meine Frau kann morgens länger schlafen. Da ich morgens sowieso gern erstmal meinen Kaffee trinke, steh ich etwa 30 Minuten vor der Tochter auf um mir meinen Kaffee zu machen und noch die 30 Minuten Ruhe zu genießen. Dadurch bin ich deutlich entspannter, wenn die Tochter dann doch wach wird. ☺

    • Danke Alex für Deine ehrlichen Worte!!! Bei uns ist es eigentlich auch so, dass wir uns ergänzen. Ich bin zum Beispiel am Abend der letzte der unserer Nuria die Flasche gibt, wo meine Frau schon schläft, und sie ist dafür morgens schon immer etwas früher wach und kümmert sich schon um die Kinder. aber dennoch kann ich dieses Phänomen in meinem Umkreis ganz oft beobachten.

      Liebe Grüße, Christian

  7. Hallo Christian, ich muss mit einem kurzen Dialog antworten.

    Mama am Morgen: „Toll, dass der Kleine schon durchschläft! Ist ja nicht jede Nacht so.“

    Papa am Morgen:“???“

    Soweit zur der Rollenverteilung bei uns.

    Der Papa.

  8. Bei uns bin ich die größere Schlafmütze. Wir haben es aber so ausgehandelt, dass wir uns jeden Tag abwechseln mit der Nachtschicht. Der, der die Kinder nachts hat, muss morgens auch mit ihnen aufstehen. So kann der andere durchschlafen und am Wochenende ausschlafen und ist zumindest einen Tag die Woche richtig erholt. Unter der Woche stehen wir alle zusammen auf.

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